20 Betriebe in Calden

Rund um den Flughafen Kassel gibt es 1000 Jobs 

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Komplexe und robuste Technik: Unser Foto zeigt Industriemechaniker Felix Thöne bei der seiner Arbeit an einem Hauptrotorkopf eines Hubschraubers des Typs Sikorsky CH 53. Archivfoto: Hoffmann

Kassel. Etwa 1000 Menschen arbeiten in den gut 20 Betrieben am alten und neue Airport in Calden. Und deren Zahl steigt. So will Airbus Helicopters  15 neue Stellen schaffen.

Der Flugbetrieb am Kassel Airport in Calden ist weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben – daran ändert auch die geplante Stationierung eine Flugzeugs der neuen Fluglinie Sundair ab dem Frühjahr nichts. Dagegen entwickeln sich die wirtschaftlichen Aktivitäten rund um den Flughafen gut. Rund 1000 Menschen arbeiten in mehr als 20 Betrieben am alten und neuen Airport, die nur 1,5 Kilometer voneinander entfernt liegen.

Allerdings handelt es sich ganz überwiegend um Arbeitsplätze, die es schon lange vor dem neuen Airport gab. Mit Abstand größter Arbeitgeber ist die ZF Luftfahrt GmbH, die mit mehr als 300 Beschäftigten Hubschraubergetriebe und Rotoren herstellt, wartet und repariert. Außerdem bauen die Spezialisten Prüfstände. Die ZF-Produkte aus Calden gehen in alle Welt.

Airbus Helicopters (früher Eurocopter) wartet, repariert und baut in Calden Hubschrauber um, darunter auch Maschinen, mit denen Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere Regierungsmitglieder zu Terminen geflogen werden. Gut 60 Beschäftigte arbeiten in der Werft. Airbus hat erst unlängst eine Erweiterung des Betriebs, die Anmietung weiterer Hangars und die Schaffung von 15 neuen Stellen angekündigt.

Der Flugzeug- und Komponentenhändler Piper, der früher am alten Flugplatz saß, hat am neuen Airport gebaut und ist umgezogen. Auch er beschäftigt gut 60 Mitarbeiter. Und die Flughafengesellschaft selbst hat mehr als 130 Beschäftigte, 80 mehr als am alten Airport.

Außerdem haben sich ein Autozulieferer sowie weitere Unternehmer aus der Luftfahrtbranche, Sondermaschinenbauer, Dienstleister, Flugschulen und kleine Logistikunternehmen im Umfeld des Flughafens angesiedelt.

Der alte Airport soll in ein 80 Hektar großes, interkommunales Gewerbegebiet umgewandelt werden. Allerdings stocken die Pläne, seit dort im Sommer vergangenen Jahres eine große Erstaufnahme-Einrichtung des Landes für Flüchtlinge eingerichtet wurde. In der Spitze wohnten dort vorübergehend 1800 Menschen, aktuell sind es nur noch 150. Wie lange das Lager bestehen bleibt, ist noch unklar.

Ebenso unklar ist die künftige Anbindung des Flughafens. Der Anschluss an die A7 bei Niestetal gilt aus Naturschutz- und planungsrechtlichen Gründen als immer unwahrscheinlicher. Viele in der Region favorisieren mittlerweile offen eine Anbindung an die A44 bei Breuna über eine zu ertüchtigende B7 und eine neue Straße unter Umgehung der Ortschaften Breuna und Oberlistingen.

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