Einrichtung am Forstbachweg

Jugendliche Flüchtlinge sollen in Kasseler Kita untergebracht werden

Städtische Kindertagesstätte Forstbachweg: Im ersten Stock des Gebäudes sollen jugendliche Flüchtlinge, die allein nach Deutschland gekommen sind, untergebracht werden. Foto: Steinbach

Kassel. In der städtischen Kindertagesstätte Forstbachweg sollen zehn unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in den ersten Stock des Hauses einziehen.

Das sorgt bei Forstfelder Eltern für Verunsicherung, zumal die Stadt auch in der direkt benachbarten und seit Anfang 2014 als Flüchtlingsheim genutzten ehemaligen Heinrich-Steul-Schule rund 70 Asylbewerber untergebracht hat. „Ich mache mir große Sorgen um meine Kinder“, sagt Daniel Hoffmann. Drei Kinder der Familie besuchen die Kita Forstbachweg.

Die Eltern wurden bisher nicht offiziell über die Pläne informiert. Man habe von den Erzieherinnen erfahren, was geplant sei, sagt Hoffmann. Er findet die Hilfe gerade für junge Flüchtlinge wichtig, „wir lehnen das nicht ab“. Der Familienvater zweifelt aber zusammen mit anderen Eltern an, ob die Kita eine angemessene Bleibe für die Jugendlichen sei. Diese Frage würde sich auch bei deutschen Jugendlichen stellen. „Kinder und Jugendliche, das passt einfach nicht“, meint Hoffmann.

Eine Kindergarten-Gruppe mit älteren Kindern, die bisher im ersten Stock der Kita untergebracht ist, wird in das benachbarte Haus Forstbachweg umziehen. „Diese Gruppe sollte planmäßig in einigen Monaten sowieso umziehen, dies erfolgt nun etwas früher“, erklärt Stadt-Pressesprecher Ingo Happel-Emrich. Die Kindertagesstätte im Erdgeschoss sei nicht tangiert.

Für die Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen würden auch städtische Einrichtungen daraufhin geprüft, ob ohne Beeinträchtigung der Arbeit eine Unterstützung angeboten werden könne. Dies sei in der Kita Forstbachweg der Fall.

Brigitte Ledderhose, Ortsvorsteherin

Die jugendlichen Flüchtlinge hätten dort eine getrennte Etage im ersten Stock und könnten die Kita nicht betreten, weil die Zwischentüren verschlossen würden. Im Obergeschoss gebe es Waschgelegenheiten. Die Versorgung mit Essen übernehme ein Lieferdienst. Die Jugendlichen hätten zudem eine pädagogische Betreuung und auch eine Nachtbereitschaft stehe zur Verfügung. Bei der Einrichtung handelt es sich um eine sogenannte Inobhutnahme. Dort werden die Jugendlichen übergangsweise untergebracht, bis sie in dauerhafte Wohngruppen vermittelt werden können.

Ortsvorsteherin Brigitte Ledderhose (SPD) sagt, der Ortsbeirat sei aus dem Rathaus über das Vorhaben kurzfristig informiert worden, kenne aber keine Einzelheiten.

Information im Ortsbeirat

In der Sitzung am Mittwoch, 4. November, 19 Uhr, wird ein Vertreter des städtischen Jugendamts über das Vorhaben informieren. Nach dem, was man bisher wisse, sollen die minderjährigen Flüchtlinge nur für eine Übergangszeit in der Kita untergebracht werden, sagt Brigitte Ledderhose. „Wir haben alle nichts dagegen“, gibt die Ortsvorsteherin die Einschätzung des Ortsbeirates wieder, „aber wir wollen detaillierte Informationen haben.“

Auch aus der Sicht von Ledderhose wäre es wichtig gewesen, vonseiten der Stadt mit einem Elternabend in der Kita über die Pläne zu informieren und das Gespräch mit den Eltern zu suchen.

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