Forstfeld: In SPD-Hochburg wird AfD-Einfluss auf am deutlichsten

Für die SPD bei der Ortsbeiratswahl erfreulich, bei der Stadtverordnetenwahl enttäuschend: die höchst unterschiedlichen Kommunalwahlergebnisse im Stadtteil Forstfeld. Unser Luftbild zeigt den Bereich Lindenberg an der A  7. Archivfoto: Herzog / Flugschule Kassel

Kassel. Jubel kam am Wahlabend bei den Kasseler Sozialdemokraten auf, als im Rathaus das Ergebnis der Ortsbeiratswahl in Forstfeld gezeigt wurde: Mit 67,3 Prozent holte die SPD dort ihr bestes Ergebnis von allen 23 Stadtteilen.

Anders bei der Wahl zur Kasseler Stadtverordnetenversammlung: Das Stadtteilergebnis löste bei der SPD keine Freude aus. In Forstfeld rutschte sie um 16 Prozentpunkte auf 37,3 Prozent ab.

Forstfeld macht die teils gewaltigen Unterschiede zwischen Ergebnissen der Ortsbeirats- und der Stadtverordnetenwahl in den Stadtteilen am deutlichsten. Grund dafür ist die AfD: Während die AfD bei den Ortsbeiratswahlen nicht antrat, holte sie bei der Stadtverordnetenwahl insgesamt fast elf Prozent. Mit 21,7 Prozent erreichte sie in Forstfeld ihr bestes Ergebnis, die SPD verlor gewaltig. Viele, die bei der Ortsbeiratswahl noch ihre Stimme der SPD gaben, haben bei der Stadtverordnetenwahl für die AfD gestimmt.

Forstfeld ist nicht der einzige Kasseler Stadtteil, der damit bei dieser Wahl zwei Seiten hat – eine mit und eine ohne AfD-Beteiligung. Ähnlich sieht es etwa in Waldau und Oberzwehren aus. In Waldau holten die SPD 57,6 und die CDU 27 Prozent bei der Ortsbeiratswahl, bei der Stadtverordnetenwahl gerade noch 36,5 und 22,1 Prozent. Mit 18,7 Prozent erzielte die AfD hier ihr zweitbestes Ergebnis.

Die AfD, die bei der Kommunalwahl in Kassel erstmals antrat, fuhr in den Stadtteilen Stimmenanteile von 6,17 Prozent (Brasselsberg) bis 21,7 Prozent (Forstfeld) ein. In 13 von 23 Stadtteilen holte sie zweistellige Ergebnisse und mischte die politischen Verhältnisse auf. In Ortsbeiräten hingegen, in denen die AfD nicht antrat, holten die etablierten Parteien in etwa die gewohnten Stimmenanteile.

Viele Wähler drückten ihren Protest gegenüber den Etablierten (vor allem gegenüber SPD und CDU) offenbar nicht nur mit Stimmen für die AfD, sondern auch für die Kasseler Linke aus – und zwar sowohl bei der Ortsbeirats- als auch bei der Stadtverordnetenwahl. Im Stadtteil Nord (Holland) kamen die Linken auf 24,2 Prozent bei der Stadtverordnetenwahl, legten um neun Prozentpunkte zu. Bei der Ortsbeiratswahl erreichten sie im Stadtteil gar 27,9 Prozent.   bericht unten

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