Studentin schildert, wie sich die Täter über sie lustig machten

26-Jährige von Männern begrapscht: „Die haben mich hämisch angegrinst“

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An einer Parkbank nahe der Gustav-Mahler-Treppe - hier ein Bild aus dem Frühjahr - wurde die Frau von den Männern belästigt.

Kassel. Am Samstag wurde eine 26-jährige Studentin in Kassel von mehreren Männer belästigt. Nun schildert sie, wie sich die Gruppe in der Karlsaue über sie lustig gemacht hat.

Sie ärgere sich sehr, dass sie am Samstagabend nicht sofort die Polizei gerufen habe, nachdem sie von Männern unterhalb der Gustav-Mahler-Treppe belästigt und bedrängt worden sei, sagt die 26-jährige Studentin am Dienstag im Gespräch mit der HNA.

Kein Einzelfall

Im ersten Augenblick habe sie gedacht, dass man die Männer ohnehin nicht schnappe, sagt die junge Frau. Dass sie dann am Montagabend doch noch zur Polizei gegangen ist und Anzeige erstattet hat, dazu habe man ihr aus dem familiären Umfeld geraten. „Es ist wichtig, dass diese Taten erfasst werden, damit das Ausmaß dieses Problems deutlich wird. Es handelt sich nämlich um keinen Einzelfall.“

Nachdem sie die Gustav-Mahler-Treppe runtergegangen sei und zwei der Männer sie auf Englisch beziehungsweise in gebrochenem Deutsch angesprochen hätten, sei sie zunächst noch relativ ruhig geblieben. Einen Moment später, als sie dann umzingelt war und angefasst wurde, habe sie doch Angst bekommen und nur noch das Bedürfnis gehabt, aus dieser Situation flüchten zu können. Die Männer hätten sie nicht ernst genommen und sie „hämisch angegrinst“. „Die fanden das total lustig“, sagt die 26-Jährige.

Nicht provoziert

Hinterher habe sie sich selbst gefragt, ob sie falsch gekleidet gewesen sei und die Männer etwa provoziert habe. Aber sie habe keinen kurzen Rock und auch kein ausgeschnittenes Oberteil getragen, sondern lange Jeans und ein hochgeschlossenes T-Shirt.

Dass einer der Männer ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Refugees welcome“ getragen habe, könnte ein Hinweis darauf sein, dass es sich um Flüchtlinge handelt, sagt die junge Frau. Ihre grundsätzliche Einstellung zu Asylsuchenden habe sich auch nach Samstag nicht geändert.

„Menschen, die auf der Flucht sind, müssen bei uns Hilfe bekommen“, sagt die 26-Jährige. Dennoch müssten sich auch Flüchtlinge an die Werte, Normen und Gesetze in Deutschland halten. „Bei denjenigen, die dagegen verstoßen, muss man sich ernsthaft Gedanken über das Bleiberecht machen.“ Diese Männer müssten begreifen, dass ihr Frauenbild in Deutschland nicht akzeptiert wird.

Die Studentin erzählt von drei Freundinnen, die ein ähnliches Erlebnis mit einer Gruppe Migranten während des Kasseler Stadtfestes hatten.

Ungutes Gefühl allein

Sie überlegt nun, wie sie sich schützen kann, wenn sie künftig allein vor die Tür geht. „Ein ungutes Gefühl wird schon dabei sein“, sagt die Kasselerin. Aber schließlich wolle sie sich wegen des Übergriffs an der Karlsaue schließlich auch nicht selbst einsperren.

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