Architekten stellen Pläne vor

Dieses Forscher-Haus wird am Hauptbahnhof gebaut

Geschwungene Form und ein Brunnen davor: der überarbeitete Architektenentwurf für den Neubau des Fraunhofer-Instituts in Kassel. So soll die Vorderseite des Gebäudes am Hauptbahnhof von der Joseph-Beuys-Straße aus einmal aussehen. Entwurf: HSS Architekten Kassel/nh

Kassel. Ein geschwungenes Gebäude neben dem Hauptbahnhof mit Platz für 320 Beschäftigte, Büros und Labore: So soll der Neubau der Fraunhofer-Gesellschaft am Kasseler Hauptbahnhof einmal aussehen.

Die Fraunhofer-Gesellschaft ist die führende Organisation für angewandte Forschung in Europa. Nach ihren Angaben teilen sich Bundesforschungsministerium und Land Hessen die Finanzierung. Für den Planungs- und Bauprozess sind fünf bis sechs Jahre veranschlagt. Fraunhofer plant eine Gesamtinvestition von rund 100 Millionen Euro am Standort Kassel. Ein zweiter Abschnitt für bis zu 40 Millionen soll sich anschließen und weitere Arbeitsplätze und Testeinrichtungen für IWES und die Energieabteilung des Fraunhofer IBP bereitstellen.

Der Entwurf für das Forschwer-Haus stammt von dem Kasseler Architekturbüro Hegger Hegger Schleiff (HHS). Mit dem Bauherrn und den Nutzern habe man den ursprünglichen Wettbewerbsentwurf aus dem Jahr 2014 weiterentwickelt, um die Bedürfnisse des Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) passgenau umzusetzen. „Nun sind wir nach umfangreichen Konzeptentwicklungen in der konkreten Entwurfsplanung und den Ausschreibungen“, berichtet der Architekt und Projektleiter Günter Schleiff.

Mit den bei öffentlichen Bauten üblichen Genehmigungsprozessen sieht der Zeitplan nach seinen Angaben nun einen Baubeginn im Sommer 2017 vor. Die Bauzeit werde rund drei Jahre betragen.

Die Vorplanungen für den Neubau sind Anfang des Jahres abgeschlossen worden. Rund eineinhalb Jahre haben die HHS-Architekten und die Fraunhofer-Bauexperten an der Umsetzung der technisch komplexen Anforderungen an die Labore, an die Technik und die Versuchseinrichtungen gearbeitet.

Wie berichtet, hatten den Architektenwettbewerb 2014 die Entwürfe der Büros HHS Architekten Kassel und Ingenhoven Architekten aus Düsseldorf gewonnen. Im weiteren Verlauf konnte sich dann HHS durchsetzen. „In diesem Vergabeverfahren konnten sich die ersten drei noch einmal mit einer Überarbeitung präsentieren, denn kein Wettbewerbsentwurf löst die Dinge vollkommen richtig. Aus diesem Verfahren sind wir noch einmal als Sieger hervorgegangen“, erklärt Günter Schleiff.

Höhere Geschosshöhen

„Wir haben versucht, ein flexibles Gebäude zu entwickeln, deswegen werden die Geschosshöhen höher sein, als das üblicherweise bei Büroräumen der Fall ist.“ Zum Beispiel bei den Räumen für die Technik im Erdgeschoss gelte es, flexibel zu bleiben. Schleiff: „Denn wir wissen heute nicht, woran das Institut in 15 Jahren forschen wird und ob diese Dinge größer, höher, breiter oder kleiner sind.“

„Neben den architektonischen Ansprüchen war es für uns auch sehr wichtig, einen Partner zu bekommen, der umfangreiche Erfahrungen in der Umsetzung von komplexen Versuchseinrichtungen, Technika und Laboren mitbringt. Diesen Partner haben wir in Günter Schleiff und seinem Team gefunden“, betonen die Leiterin der zentralen Fraunhofer-Bauabteilung in München, Maria Müller, und IWES-Institutsleiter Prof. Clemens Hoffmann.

Der Neubau wird 7600 Quadratmeter Nutzfläche haben, die sich zu einem Drittel auf Flächen für Labore und Technik und zu zwei Dritteln auf Büroflächen aufteilen. 60 Millionen Euro soll der erste Bauabschnitt kosten, 40 Millionen der zweite. Nach Angaben der Fraunhofer-Gesellschaft ist ihr das Teilgrundstück auf dem Gelände an der Nordseite des Hauptbahnhofs im Dezember übergeben worden. Der Entwurf sieht auch große Grünflächen vor. 

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