Bislang keine Anträge bei Stadt eingegangen

Fußball-WM: Kein Public Viewing auf dem Königsplatz

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Die WM 2010: Der komplette Königsplatz war beim Auftaktspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Australien gefüllt.

Kassel. 3500 Fans der deutschen Fußball-Nationalmannschaft schauten sich vor vier Jahren eines der WM-Spiele auf dem Königsplatz an - und feierten eine Riesen-Party. Dieses Jahr aber wird es vermutlich kein Public Viewing im Herzen Kassels geben.

Es war ein lautes Spektakel vor vier Jahren auf dem Königsplatz. 3500 Fans der deutschen Nationalmannschaft schauten gemeinsam auf eine von Rewe gesponserte Wand und drückten dem Team beim Auftaktspiel der Weltmeisterschaft die Daumen.

Als Deutschland gegen Australien schließlich mit 4:0 gewann, gab es kein Halten mehr. Überall feiernde Menschen, die auf Vuvuzelas musizierten. Diesen Tröten-Lärm wird es während der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien (12. Juni bis 13. Juli) wohl nicht geben.

Und das liegt nicht etwa daran, dass die Südamerikaner Trommeln bevorzugen. Bislang hat nämlich noch niemand beantragt, während der WM in Südamerika ein Public Viewing auf dem Königsplatz zu veranstalten. Das teilt Ingo Happel-Emrich, Sprecher der Stadt Kassel, auf Anfrage mit. Darüber hinaus gebe es auch keinen Antrag auf Public Viewing für einen anderen städtischen Platz.

Unternehmen beziehungsweise Institutionen, die sich spontan überlegen, ein kollektives Fußballerlebnis auf dem Königsplatz zu ermöglichen, könnten das allerdings noch beantragen, sagt der Stadtsprecher. Denn grundsätzlich stehe die Stadt dem Public Viewing sehr aufgeschlossen gegenüber. Fußballfans, die nicht gern allein vor dem Fernseher zittern wollen, werden aber auch nicht auf der Fanmeile auf der Friedrich-Ebert-Straße auf ihre Kosten kommen.

Schuld daran sind die Baustellen. Bereits 2012 war während der Fußball-Europameisterschaft den Gastronomen entlang der Partymeile mitgeteilt worden, dass zur WM in Brasilien wegen der Bautätigkeit zum Umbau der Straße nicht mit der Genehmigung gebührenpflichtiger Veranstaltungen (somit auch Public Viewing) gerechnet werden könne.

Die Baustelle ist mittlerweile auf der Nordseite, an der sogenannten „Kneipenmeile“, eingerichtet. Dieser Bereich soll bis zum Beginn der Sommerferien am 28. Juli, also erst nach Ende der WM, fertig sein. Wegen des engen Terminplans werde an vier Stellen parallel gearbeitet. Bauzäune sind aufgestellt, Baugerät werde gelagert.

Es bestehe leider keine Möglichkeit, die Arbeiten für den Zeitraum der Fußball-WM zu unterbrechen, heißt es bei der Stadt. Auch Fußballfans, die auf Public Viewing im Auestadion gehofft hatten, werden enttäuscht. Der KSV Hessen Kassel habe überlegt, Veranstaltungen im Stadion anzubieten, sagt Hans-Jochem Weikert, Vorstandsvorsitzender des KSV.

Nach einer Kosten-Nutzen-Rechnung habe man sich aber dagegen entschieden. Zudem sei der KSV ein Verein, bei dem in erster Linie Fußball gespielt werde, sagt Weikert. Für andere Dinge habe man derzeit keine Kapazitäten.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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