Gärtner ärgern sich über ausgerissenes Zitronenbäumchen

Vandalismus: Pflanzen und Bäume im Auepark mutwillig beschädigt

In einer Nacht abgerissen: Karlsauen-Gärtner Karl-Heinz Freudenstein hält die aufgelesenen Äste eines Zitronenbaums und die Blütenstände der Schmucklilien in den Händen. Fotos: Ludwig

Kassel. Karl-Heinz Freudenstein versteht es einfach nicht: Der Gärtnermeister im Auepark hat schon wieder abgerissene Äste und abgeknickte Blütenstände vor der Orangerie auflesen müssen.

Während des Zissels wurde sogar ein kompletter Zitronenbaum aus einem der Kübel gerissen. Eine aufmerksame Kasselerin fand das entwurzelte Bäumchen kurze Zeit später am Lutherplatz und informierte die Gärtner in der Karlsaue.

Nie gelb: Die Gärtner pflücken die Zitronen vorher, damit sie nicht abgerissen werden.

Für Freudenstein, der sich bei der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) unter anderem um die Orangerie und die Insel Siebenbergen kümmert, ist der nächtliche Vandalismus nicht neu. Immer wieder würden einige der 150 Zitronenbäumchen, aber auch die anderen Kübelpflanzen wie Schmucklilien, Granatapfel und Oleander, durch Unbekannte beschädigt. So würden die Kübel oft umgeworfen.

Bei den Zitronen sei es besonders ärgerlich, da diese viel Pflege benötigten. Ein größerer Baum habe einen Wert von über 1000 Euro.

„Manchmal wollen Gäste des Parks Zitronen pflücken und reißen dabei ganze Äste aus den Kronen“, sagt der Gärtner. Deshalb würden er und seine Kollegen die Zitronen auch nie gelb werden lassen und bereits im grünen Zustand pflücken. So seien weniger Besucher verlockt, die Früchte zu ernten.

Heute wie damals: die Orangerie 1909. Schon damals gab es die Zitronenbäume. Der Grünstreifen links soll wieder entstehen.

„Wir geben uns viel Mühe, die Orangerie wieder nach historischem Vorbild herzurichten. Da ist es ärgerlich, wenn einige diese Arbeit und den Wert der Anlage nicht zu schätzen wissen“, sagt Freudenstein. Andere Parks in Deutschland machten nachts die Tore zu und seien so vor Vandalismus geschützt. Die Karlsaue sei ein offener Stadtpark, weshalb ein respektvoller Umgang von allen Nutzern nötig sei.

In den nächsten Jahren ist geplant, die Orangerie noch stärker wieder in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen. So solle die große Rampe vor dem mittleren Eingang durch eine nach altem Vorbild ersetzt und ein Rasenstreifen an der Mauer vor der Orangerie angelegt werden, sagt Freudenstein.

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