Kunden haben nichts von gesunkenen Einkaufspreisen

Gaspreise sollen im Raum Kassel noch nicht billiger werden

Der Liter Diesel unter einem Euro, der Liter Heizöl unter 50 Cent: Die in den Keller gefallenen Energiepreise werden sich aber noch nicht auf den Gaspreis im Raum Kassel auswirken.

Zumindest planen Städtische Werke und EAM derzeit keine Preissenkungen.

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Kunden in Kassel haben also nichts von den billigen Einkaufspreisen. Eine kürzlich vorgelegte Studie kritisiert, dass Gasversorger in ganz Deutschland die gesunkenen Einkaufspreise für Erdgas kaum an Kunden weitergeben. Die milde Witterung und fallende Importpreise hätten für Verbraucher eine Entlastung um rund zehn Prozent bedeuten müssen. So kassierten Anbieter 2015 bundesweit von einem durchschnittlichen Privathaushalt 132 Euro zu viel, für Hessen errechnete die von den Grünen in Auftrag gegebene Studie 124 Euro.

„Am 1. März 2015 haben die Städtischen Werke die Preise für Co2-neutrales Naturgas um rund zwei bis drei Prozent gesenkt“, betont Heidi Hamdad, Sprecherin der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH (KVV). „Vorerst planen wir keine erneute Preissenkung. Wir schließen sie aber auch nicht aus“, sagt Hamdad. Die Städtischen Werke versorgen in und um Kassel rund 250 000 Menschen mit Strom und Gas. Grundsätzlich setze man bei der Gasbeschaffung auf eine mittel- bis langfristige Strategie. „Zu der Zeit, als wir unser aktuell vertriebenes Erdgas beschafft haben, wurde aufgrund der geopolitischen Lage – etwa der Situation in der Ukraine und in Syrien – ein Anstieg des Öl- und des daran gekoppelten Gaspreises erwartet“, so Hamdad.

„Die EAM Energie GmbH wird über den Jahreswechsel hinaus die Strom- und Erdgaspreise für Kunden stabil halten“, sagt Unternehmenssprecher René Schneider. Man verfolge bei der Energiebeschaffung eine langfristige Strategie, so Schneider: „Selbstverständlich beobachten wir die weitere Marktentwicklung.“

Rubriklistenbild: © dpa

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