Gebrauchte Beiwagen in Rostock gekauft

Straßenbahnen der KVG fahren bald wieder mit Anhänger

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Frisch lackiert: So sehen die in Rostock gebraucht gekauften Anhänger inzwischen aus. Ab Dezember sollen sie auf der Strecke nach Vellmar rollen. Derzeit werden sie im KVG-Betriebshof Wilhelmshöhe technisch dafür vorbereitet.

Kassel/Vellmar/Baunatal. Viele erinnern sich noch an die Straßenbahnen auf der Linie 1 - bis September 2003 rollten die immer mit Anhänger von Wilhelmshöhe bis zur Holländischen Straße.

Seit 13 Jahren gibt es diesen Anblick in Kassels Straßenbild nicht mehr. Ab Ende des Jahres will die KVG wieder Anhänger auf der Linie 1 bis Vellmar einsetzen. Die ersten drei Beiwagen werden derzeit im Betriebshof Wilhelmshöhe technisch auf Vordermann gebracht.

Straßenbahn mit Anhänger: So sahen die Züge auf der Linie 1 aus. Das Bild auf der Oberen Königsstraße stammt aus dem Jahr 1967. Im September 2003 wurden die Anhänger abgeschafft.

Insgesamt 15 Anhänger hat die KVG von der Rostocker Straßenbahn AG gekauft. Zehn werde man in den nächsten Jahren in Betrieb nehmen, sagt KarstenKamutzki, Bereichsleiter Technik/Fahrzeuge. Die restlichen fünf werde man voraussichtlich als Ersatzteillager verwenden. „Wir haben die Beiwagen sehr günstig bekommen“, betont Kamutzki. Einen genauen Preis nennt er aber nicht. Die Anhänger sind 15 Meter lang. Sie bieten 70 weiteren Fahrgästen Sitz- und Stehplätze. Damit erhöhe sich die Platzkapazität einer Tram auf rund 200, erläutert KVG-Sprecherin Heidi Hamdad. Fahren sollen die Züge zunächst auf der Linie 1, weil es in Richtung Universität sehr häufig zu Engpässen komme. Deshalb nutze die KVG auf der Strecke derzeit meist die so genannte Doppeltraktion. Sprich: Zwei Trams werden einfach aneinander gehängt. Nach und nach werde man die Anhänger auch auf anderen Strecken einsetzen, etwa auf der Linie 6 bis zum Schulzentrum Brückenhof und später auch bis nach Baunatal, sagt Hamdad.

Obwohl die Wagen aus Rostock noch gut in Schuss sind – frisch lackiert sehen sie aus wie neu – ist der Umbau für die Fahrten durch Kassel aufwendig. Aufgrund der Steigungsstrecken in Kassel mit bis zu sieben Prozent (in Höhe Kirche Kirchditmold) müssen die Beiwagen mit stärkeren Bremsen ausgerüstet werden. Außerdem, so Kamutzki, werde ein neues Zugsteuergerät eingebaut, das die analogen Signale aus dem Anhänger für die digitale Technik der Zugmaschinen übersetze. Und: Die Fahrgäste können sich auf neue Sitze freuen.

Nach den vorgeschriebenen Abnahmefahrten sollen die Anhänger dann zum Fahrplanwechsel im Dezember auf den Gleisen der KVG rollen. Kamutzki: „Der Zeitplan passt bis jetzt.“

Kassel: Anhänger gehörten schon in früheren Zeiten zur Straßenbahn dazu

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