Gemessen am Vorjahr

Gebremstes Gästewachstum: Weniger Touristen besuchten Kassel 

Welterbe als Besuchermagnet: Touristen bestaunen während der Wasserspiele im Kasseler Bergpark Wilhelmshöhe den Wasserfall an der Teufelsbrücke. Foto:  Zucchi/dpa

Kassel. Nach mehreren Jahren immer neuer Besucherrekorde hat Kassels touristisches Wachstum im ersten Halbjahr 2016 eine Pause eingelegt.

Während hessenweit 1,7 Prozent mehr Gästeübernachtungen registriert wurden als im Vorjahreszeitraum, waren es in Kassel 2,2 Prozent weniger, teilte das Statistische Landesamt am Montag mit.

Zwischen Januar und Ende Juni schliefen gut 241.000 Touristen insgesamt knapp 431 000 Mal in Kassels Betten. Auch die Anzahl der Besucher sank in Kassel leicht um 0,7 Prozent, während die Statistiker landesweit ein Gästeplus von 1,4 Prozent verzeichneten.

Am Ende des kompletten Jahres könne sich die Betrachtung für Kassel durchaus noch ins Positive wenden, sagt Andreas Bilo, Geschäftsführer von Kassel Marketing: „Ich glaube daran, das wir das noch kompensieren können.“

Andreas Bilo

Das leichte Besucherminus im ersten Halbjahr könne aus „Verschiebungen“ im Kasseler Kongress-Jahreskalender herrühren, meint Kassels oberster Touristiker. Publikumsstarke Veranstaltungen, die 2015 bereits früher im Jahr stattgefunden hätten, stünden für den Zeitraum September bis November erst noch bevor. Und auch der touristisch besonders wichtige Juli sei in der Halbjahresstatistik noch nicht abgebildet.

Deutlich mehr als die Hälfte des Tourismusgeschäfts werde im 2. Halbjahr gemacht, sagt Bilo. Er sehe insgesamt Anlass für „eine positive, optimistische Grundstimmung“ – zumal auch die documenta 2017 schon ihre Schatten voraus werfe. Und vor diesem Hintergrund, so Bilo, „glauben wir fest daran, dass wir 2017 die Marke von einer Million Übernachtungen knacken werden“.

Im documenta-Jahr 2012 hatte Kassel mit 948.000 Übernachtungen die bisher beste Tourismusbilanz vorgelegt, Seither hielt eine Folge von hochkarätigen Attraktionen – das Welterbe-Prädikat für den Bergpark Wilhelmshöhe, namhafte Kunstausstellungen sowie die Eröffnung der international beachteten Grimmwelt – das touristische Interesse an Kassel wach.

Anna Homm

„Das waren schon außergewöhnliche Highlights“, sagt Anna Homm, regionale Geschäftsführerin des Hotel- und Gastronomieverbandes Dehoga. Die beachtlichen touristischen Steigerungsraten seit 2013 in Kassel ließen sich auf diesem Niveau nicht ständig weiter fortschreiben. Doch für kommendes Jahr würden Wirte und Hoteliers dank der documenta „wieder Superzahlen erwarten“.

Die Weltkunstschau mit ihren vielen internationalen Besuchern sorgt alle fünf Jahre immer noch für eine Sonderkonjunktur in Kassel – auch wenn im ausstellungsfreien Jahr 2015 erstmals sogar mehr Übernachtungsgäste nach Kassel gekommen waren als je in einem documenta-Jahr, nämlich 506.000 Besucher.

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