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Neue Vorwürfe zur JVA Wehlheiden: Stationen ohne Wachbeamte?

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Kassel. Die Probleme in der Justizvollzugsanstalt Kassel-Wehlheiden I gehen offensichtlich weiter. Nach unserer Berichterstattung über Missstände im Gefängns bestätigen JVA-Bedienstete mit neuen Aussagen die Vorwürfe: Das Wachpersonal sei hoffnungslos unterbesetzt.

Am Dienstag seien vier der 16 Gefängnis-Stationen nicht mit Beamten besetzt gewesen. Eine Station sei allein von einer weiblichen Auszubildenden betreut worden. Der Außen-Sport sei wegen Personalmangels abgesagt worden - die Beamten befürchten jedoch Probleme, wenn Strafgefangene ihre Aggressionen nicht mit Sport abbauen können, sondern lange in den Zellen eingeschlossen sind.

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Die Vorwürfe werden von Kasseler Rechtsanwälten, die häufig Mandanten besuchen, bestätigt. Der Jurist Knuth Pfeiffer sagt, die „rudimentäre Personalbesetzung“ führe dazu, dass die Gefangenen am Wochenende in der Regel 23 Stunden pro Tag eingeschlossen bleiben. Pfeiffer: „Wenn da einer durchdreht und es passiert etwas, wer will dann helfen?“ Der Personalmangel sei daher „gefährlich“. Er kennt auch einen Fall, in dem ein junger, engagierter JVA-Bediensteter nervlich früh am Ende war: „Der Mann hat mit 35 Jahren das Handtuch geworfen“, sagt Pfeiffer.

Rechtsanwalt Sven Schoeller hat den Eindruck, dass das „Personal sehr unzufrieden mit der Anstaltsleitung ist.“ Diese Kritik sei auch an ihn herangetragen worden. Bei den Gefangenen habe Wehlheiden einen schlechten Ruf, „die ganze Atmosphäre scheint sehr belastet zu sein.“ Das bestätigt auch Anwalt Horst Korte. Insgesamt sei es mit dem Strafvollzug in den vergangenen Jahren bergab gegangen. Das Justizministerium nahm gestern zu den Vorwürfen nicht Stellung. Justizmnister Jörg-Uwe Hahn werde am Mittwoch im Unterausschuss Justizvollzug berichten. SPD und Grüne bringen das Thema ins Parlament.

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