Deutlicher Anstieg von Staupe-Infektionen

Gefahr für Hunde: Mehr kranke Waschbären in Kassel

Mehr auffällige Tiere in der Stadt: Derzeit erkranken vor allem wieder mehr Waschbären an der Staupe. Archivfoto:  Schreiner / nh

Kassel. Auch in Kassel sind vor allem Waschbären wieder mehr von Staupe-Infektionen betroffen. „Wir beobachten seit ein paar Wochen einen deutlichen Anstieg“, sagt Dr. Heiko Purkl, Leiter der Abteilung Tierseuchenbekämpfung bei der Stadt Kassel.

Ähnliche Nachrichten sind aus dem Kreis Marburg-Biedenkopf und anderen hessischen Landkreisen bekannt.

So werde das Veterinäramt zunehmend informiert, wenn tote oder auffällige Waschbären in der Stadt beobachtet würden. In solchen Fällen würden die Tiere routinemäßig auf Tollwut und auch auf Staupe untersucht. Hier handele man nach einem Erlass des Hessischen Verbraucherschutzministeriums, der vor allem dazu beitragen soll, dass Deutschland tollwutfrei bleibt.

„Die Wildtiere sind ein natürliches Reservoir für das Staupe-Virus“, erläutert Purkl. Auch Füchse, Marder, Frettchen und Dachse könnten an der hochansteckenden und in der Regel tödlich verlaufenden Infektion erkranken. Dass sich die Fälle häufen, komme immer wieder vor. Zuletzt waren im Jahr 2014 viele Waschbären und auch Füchse an der Staupe erkrankt und gestorben.

Potenziell gefährlich ist die Viruserkrankung auch für Hunde. Doch seien die meisten Tierhalter verantwortungsbewusst und ließen ihre Vierbeiner gegen Staupe impfen. Denn die Gefahr lauere nicht nur im Wald und in Waldnähe, da immer mehr Wildtiere auch die Städte als Lebensraum erobern.

Deshalb sei es wichtig, dass Tierfreunde ihre Hunde regelmäßig impfen lassen, betont Purkl. Nach einer Grundimmunisierung mit einem Kombinationsimpfstoff im Welpenalter ist eine Auffrischung alle ein bis drei Jahre nötig. Zwar sei die Staupe für den Menschen nicht gefährlich, doch warnt der Veterinärmediziner grundsätzlich davor, tote Tiere ohne Handschuhe anzufassen, da diese auch von anderen Infektionserregern befallen sein könnten.

Mehr Nachwuchs 

Dass derzeit mehr Waschbären an der Staupe sterben, reduziere deren Population übrigens nur kurzfristig, erläutert der Fachmann. Bei den Waschbären gebe es die Besonderheit, dass in solchen Fällen mehr Nachwuchs produziert werde. Deshalb lasse sich der Bestand auch durch Bejagung nicht langfristig reduzieren.

An Staupe erkrankte Tiere fallen häufig auf, weil sie einen torkelnden Gang und eine gestörte Bewegungskoordination haben, keine Scheu zeigen, schläfrig oder aggressiv sind. Denn das Virus befalle und schädige das zentrale Nervensystem und das Gehirn, erläutert Purkl.

Wer verendete Waschbären, Füchse oder Marder findet, sollte den städtischen Veterinärdienst informieren: Tel. 0561/787 33 30.

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