Fast 900 Mitglieder profitieren

Bürger Energie Kassel & Söhre bekommen erstmals Dividende

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Windpark Söhrewald/Niestetal: Auf dem Warpel (Bild) in der Söhre stehen fünf dieser über 200 Meter hohen Windkraftanlagen der Städtischen Werke Kassel, zwei weitere Rotoren bei Niestetal- Heiligenrode.

Kassel. Erstmals bekommen die Mitglieder der Bürger Energie Genossenschaft Kassel & Söhre, die Geld in Windkraftanlagen investiert haben, eine Dividende.

Die Höhe für das Jahr 2015 liegt bei einem Prozent. Das hat die Generalversammlung der fast 900 Energiegenossen beschlossen, die insgesamt sechs Millionen Euro zusammengelegt haben, um die Energiewende in der Region zu fördern.

Viel Wind, gute Erträge

Die Winderträge aus dem zweiten Jahr des Windparks Söhrewald/Niestetal mit sieben Windkraftanlagen, an denen die Genossenschaft seit 2014 mit 25 Prozent (rund 3,1 Millionen Euro) beteiligt ist, „lagen erheblich über den Prognosen“, erläuterte Professor Rainer Meyfahrt. Das sei ein sehr erfreuliches Ergebnis. Ebenso hätten die Erträge aus der Photovolatik-Anlage in Niestetal die Erwartungen übertroffen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft.

Mit ähnlich guten Ergebnissen werde auch in den nächsten Jahren gerechnet. Man habe vorsichtig kalkuliert und sei mit großer Wahrscheinlichkeit davor gefeit, die Anteilseigner zu enttäuschen. Man gehe verantwortungsvoll mit dem anvertrauten Geld um, mache keine überzogenen Versprechen und arbeite ausschließlich mit vertrauenswürdigen Partnern zusammen, bekräftigte Meyfahrt. Die gute Windernte habe es ermöglicht, schon früher als geplant eine Dividende auszuschütten. Ursprünglich war erst ab 2017 daran gedacht, Dividenden an die Anteilseigener auszuschütten, um die Anfangskosten problemlos decken zu können.

Meyfahrt erwartet, dass sich auch die Investition in den Windpark Rohrberg ertragreich entwickelt, an dem die Energiegenossen seit März 2016 mit 20 Prozent (1,33 Millionen Euro) beteiligt sind: „Die bisher bekannt gewordenen Windernten deuten in diese Richtung.“

Der dritte Windpark Kaufunger Stiftswald, der ebenfalls von den Städtischen Werken entwickelt wird, ist zur Zeit im Bau. Auch dort will sich die Genossenschaft mit zwei bis drei Millionen Euro beteiligen. Mitglieder würden weitere Anteile zeichnen und man wolle auch neue Interessenten für das Genossenschaftsmodell ansprechen, erklärte Meyfahrt.

Der Bilanzgewinn der Genossenschaft lag im Jahr 2015 bei 61.000 Euro. Dieses Geld wird nun als Dividende ausgeschüttet. Das funktioniert nur, weil der komplette Vorstand der Genossenschaft und ebenso der Aufsichtsrat ehrenamtlich arbeiten. So kommen alle Erträge den Mitglieder und Anteilseignern zugute.

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