Gescheiterte Übernahme im Immobilienmarkt sei gut für Mieter

Geplatzte Fusion von Vonovia und Deutsche Wohnen: Mieterbund erleichtert

Folker Gebel

Kassel. Auf die geplatzte Fusion der Wohnungsunternehmen Vonovia und Deutsche Wohnen hat der Mieterbund Nordhessen mit Erleichterung reagiert.

Es sollten mehr bezahlbare Wohnungen geschaffen werden, statt teure Immobilienverkäufe zu tätigen, sagt Mieterbund-Geschäftsführer Folker Gebel.

Vonovia als größtes deutsches Wohnungsunternehmen wollte die Gesellschaft Deutsche Wohnen für rund 14 Milliarden Euro übernehmen. Vonovia hätten dann insgesamt rund eine halbe Million Wohnungen gehört. Doch der größte Deal auf dem deutschen Immobilienmarkt scheiterte, weil die Aktionäre der Deutsche Wohnen das Übernahmeangebot von Vonovia abgelehnt haben.

„Vonovia sollte sich endlich richtig um ihre Mieter kümmern und die schon lange versprochene Kundenorientierung umsetzen“, erklärt Gebel.

In Kassel gibt es rund 2000 Vonovia-Wohnungen. Eine Fusion hätte weder für den Wohnungsmarkt noch für Mieter irgendwelche Vorteile gebracht. Mit einer kostspieligen Übernahme wäre der Druck zur Kostensenkung und zur Steigerung der Einnahmen gestiegen – zu Lasten der Mieter, die mit steigenden Mieten hätten rechnen müssen.

Der Mieterbund würde begrüßen, wenn Deutschlands größter Vermieter endlich mehr Geld in den Neubau von Wohnungen investieren und die vorhandenen Mietshäuser ordnungsgemäß und sozialverträglich instand setzen würde, sagt Gebel.

Festzustellen sei aber im Gegenteil, dass die Mieten und die Betriebskosten für die Wohnungen der Vonovia ständig steigen würden. Insbesondere bei Modernisierungen sei das Wohnungsunternehmen nicht kleinlich und fordere kräftige Mieterhöhungen. Auch bei den Betriebskosten gebe es immer wieder neue Kostenpositionen, die aus Sicht der Berater und Rechtsanwälte des Mieterbundes nicht umlegbar seien.

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