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Glosse zu den Kasseler Hochschulwahlen: "Studenten ohne Durst"

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Von: Maximilian Holscher

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Kassel. Die Wahlmoral von Kassels Studenten sinkt. Von über 22 800 Studenten hat nicht einmal jeder sechste seine Stimme bei der Wahl für das Studierendenparlament abgegeben. Eine Glosse von Max Holscher.

Es war der letzte Strohhalm, mit dem die Bachelor- und Masterstudenten zur Wahl des Studierendenparlaments gelockt werden sollten - 20 Liter Freibier für jeweils fünf Prozent Wahlbeteiligung. Das versprach der Allgemeine

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Studierendenausschuss (Asta) auf Facebook. Na, das ist doch was, sollte man denken. Und ist nur konsequent. Schließlich steckt doch im Namen „Wahllokal“ schon das Wort Lokal. In Kassel hat es nicht funktioniert. Die Wahlbeteiligung erreichte mit 15 Prozent ihren niedrigsten Stand.

Was an der Uni nicht klappt, wäre wohl auf allen anderen politischen Ebenen die Lösung der politischen Abstinenz: Man stelle sich vor, es ist hessische Landtagswahl. „Trinken Sie ein Pils, machen Sie Ihr Kreuzchen und nehmen Sie am Ausgang eine Stracke mit.“ Die Wahlbeteiligung würde Zahlen erreichen, die DDR-Oberhaupt Erich Honecker nicht mal mit Schummeln für sich verbuchen konnte. Die Stadtteilbibliotheken in Kassel wären mit Freibier noch heute geöffnet.

Immerhin: An der Uni sprangen 60 Liter Freibier heraus. 30 Personen hatten sich auf Facebook zur Wahlparty angemeldet - das macht zwei Liter Freibier pro Nase. Ein guter Schnitt. Und nächstes Jahr gibt es bei der nächsten Wahl einen neuen Versuch. Prost.

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