Sicherheitsregeln beachten

Grillen kann böse enden: So vermeidet man gefährliche Unfälle

Das kann passieren, wenn man Brennspiritus in den heißen Grill schüttet: Die Stichflamme kann zu schweren Verletzungen führen. Viele Unfälle passieren beim Anzünden der Holzkohle. Archivbild: Knüffel/nh.

Kassel. Beim Grillen ist höchste Vorsicht geboten: Das zeigt auch der aktuelle Fall in Bettenhausen (Artikel links). Die Feuerwehr stellte in der Wohnung eine sehr hohe Konzentration des gefährlichen Gases Kohlenmonoxid fest.

Der Vorfall ging laut Feuerwehr glimpflich aus: Da Kohlenmonoxid hochentzündlich, giftig und dabei weder zu riechen noch zu schmecken sei, könne man von Glück sagen, dass die Menschen Hilfe gerufen hatten. Die drei Verletzten mussten durch eine Notärztin vor Ort behandelt und in Kasseler Krankenhäuser gebracht werden.

Holzkohle

Um derartige Vorfälle zu vermeiden, ist es wichtig, bestimmte Sicherheitsvorkehrungen zu beachten. Die Berufsfeuerwehr Kassel empfiehlt zunächst, Grills auf einem kippsicheren Untergrund zu platzieren. Löschmittel sollten während des Grillens in greifbarer Nähe stehen. Insbesondere bei Holzkohlegrills gelte, „sie niemals in geschlossenen Räumen zu verwenden und immer drei Meter Sicherheitsabstand zu brennbaren Gegenständen einzuhalten“, erklärt Josef Werneke, Einsatzleiter bei der Berufsfeuerwehr Kassel. Zum Entzünden eines Holzkohlegrills sollten ausschließlich zugelassene Grillanzünder verwendet werden, nicht etwa flüssige Brennstoffe wie Spiritus, die unkontrollierbare Stichflammen verursachen können.

Entsorgung

Genauso wichtig wie eine gute Vorbereitung des Grillens sind das Löschen der Glut und die Entsorgung der Asche bei einem Holzkohlegrill. Um die Glut abzudecken, kann Sand oder Erde verwendet werden. Nachdem der Grill abgekühlt ist, darf die Asche jedoch nicht auf den Boden gekippt werden, da sich immer noch Glut in der Asche befinden kann.

„Nach dem Abkühlen der Asche empfiehlt es sich, Wasser draufzuschütten, bevor man sie in einem Mülleimer entsorgt“, rät Werneke. Für das Abkühlen sollten mehrere Stunden eingeplant werden. Im konkreten Fall hätte die Familie ihre Fenster schließen müssen, um den Einzug des giftigen Gases zu vermeiden. Ebenfalls ist es ratsam, bei Wind und Funkenflug die Glut umgehend zu löschen.

Elektrogrills

Für Elektrogrills gilt: Keine Mehrfachsteckdosen benutzen und kein Kontakt mit Flüssigkeiten. Man könne diese Grills, so Werneke, als „offenen Herd“ sehen.

Gasgrills

Bei Gasgrills gilt, auf das TÜV-Siegel achtzugeben. Insbesondere sind bei diesen Grills alternde Schläuche eine Schwachstelle. Profis empfehlen, die Schläuche alle acht bis zehn Jahre zu ersetzen, spätestens aber wenn sie porös und undicht sind. Allgemein muss nach dem Grillen ausreichend gelüftet werden. Selbst bei Elektro- und Gasgrills entstehen gesundheitsschädliche Gase.

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