Einige Mängel bereits behoben

Schäden an Grimmwelt: Der Hexenpo hielt es nicht aus

Teller lockerten sich: An dieser Wandinstallation des Künstlers Antoni Miralda waren einige Teile locker geworden. Daher wurden sie komplett abgenommen. Die Klebstellen sind noch zu sehen. Timo Vogt von der Grimmwelt und Kulturamtsleiterin Dorothee Rhiemeier begutachten das Problem. Wenn ein besserer Kleber gefunden ist, werden die Teller wieder angebracht. Fotos: Ludwig

Kassel. Damit die Grimmwelt auf dem Weinberg pünktlich am 4. September eröffnen konnte, wurde es an den Tagen davor hektisch. Einige Exponate standen sogar erst eine halbe Stunde vor der offiziellen Eröffnung an ihrem Platz. „Schon bei der Eröffnung war uns klar, dass wir an bestimmte Dinge noch mal ranmüssen“, sagt Kulturamtsleiterin Dorothee Rhiemeier. Diese Liste werde nun Stück für Stück abgearbeitet.

Aber auch während des laufenden Museumsbetriebs seien noch einige Probleme und Schäden aufgetreten, die nun ebenfalls bis Ende des Jahres behoben sein sollen. „Einiges war gut gedacht, funktioniert in der Praxis aber noch nicht richtig“, so Rhiemeier. Hier ein Überblick:

Kunstwerke nachbessern

• In die Dioramen des Künstlers Alexey Tchernyi, der in der Grimmwelt die Entstehungsgeschichte des Deutschen Wörterbuchs in 14 Szenen darstellt, ist Feuchtigkeit eingedrungen. Dies führte dazu, dass einige erläuternde Texte beschlagen und deshalb schwer lesbar sind. An der Lösung des Problems wird mit dem Künstler gearbeitet. Inzwischen sind die Texte schon wieder besser lesbar.

• An der Wandinstallation des Künstlers Antoni Miralda, die eine gedeckte Tischtafel mit Märchenmotiven zeigt, haben sich einige Teller gelöst. „Aus Sicherheitsgründen haben wir fast alle Teller abgenommen“, sagt Timo Vogt, Prokurist der Grimmwelt. Nun werde ein besser geeigneter Klebstoff gesucht, um die Teller sicher und dauerhaft zu befestigen.

Durch Gäste beschädigt

Durch den großen Ansturm nach der Eröffnung gingen einige Stücke zu Bruch.

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• So ist das Hexenhaus für eine Reparatur kurzzeitig geschlossen. In dem Haus können Besucher gegen einen Ledersack drücken, der in vereinfachter Form den Po der Hexe darstellen soll. Die Gäste können die Hexe so symbolisch in den Ofen schieben. Weil einige Gäste nicht verstanden, was sie machen sollen, wurde der „Po der Hexe“ stärker bearbeitet, als er es aushielt und war beschädigt. „Er wird nun zunächst ausgetauscht. In einem zweiten Schritt werden wir die Station überdenken, damit sie so benutzt wird wie gedacht“, sagt Vogt von der Grimmwelt.

• Ebenfalls zu stark beansprucht wurde ein Tisch, an dem Besucher Platz nehmen können, um die sieben Zwerge zu beobachten. Weil sich auf den für Kindergewichte ausgelegten Tisch auch schwerere Personen setzten, brach er zusammen. Nun verzichtet die Grimmwelt auf den Tisch, weil die Station ohnehin auch von einem Stuhl aus zu beobachten ist.

• Auf Zaubertafeln konnten Kinder ihrer märchenhaften Malfantasie freien Lauf lassen. Die Folien der Zaubertafeln waren aber nach wenigen Tagen kaputt, weil immer wieder zu fest mit den Stiften aufgedrückt wurde. Nun sucht die Grimmwelt nach einem stabileren Ersatz.

Bessere Les- und Hörbarkeit

Die historischen Originale (Bücher, Briefe etc.) dürfen nur bedingt Licht ausgesetzt werden. Weil auch die erklärenden Texte zu den Exponaten deshalb teils nur schwach beleuchtet sind, ist das Lesen erschwert. Dies soll ebenso behoben werden wie zu niedrig angebrachte (zum Teil auf Kniehöhe) Erklärtafeln.

Die Audiostationen wurden teils bereits nachgebessert. Dies ist nicht einfach, weil der Ton laut genug sein muss, damit ihn die Gäste gut verstehen, gleichzeitig aber nicht die Besucher stören darf, die bereits an der nächsten Station sind. Für eine bessere Akustik werden auch Akustikdämmplatten angebracht.

Bessere Besucherführung

Einige Bereiche der Ausstellung sind leicht zu übersehen – etwa das Kino, das hinter einer Spiegelwand liegt. Der Eingang soll besser beleuchtet werden. Auch die Installation „Buch der Wörter“ von Künstler Ecke Bonk werde teils übersehen, weil sie etwas versteckt präsentiert wird.

Schlecht zu finden ist auch die Anleitung für ein digitales Wörterbuch, das durch Besucher ergänzt werden kann. So erschließt sich die Funktion nicht jedem sofort.

Weil ein Spiegel am Ende eines Ganges dafür gesorgt hatte, dass Gäste den Eindruck bekamen, der Gang gehe weiter, waren mehrere gegen den Spiegel gestoßen. Deshalb wurde der Spiegel inzwischen mit goldenen Streifen beklebt.

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