So läuft die Entnahme ab

Große HNA-Blutspendeaktion: Das müssen Sie wissen

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Vorrat für den Notfall: Rote Blutkörperchen können bei unter vier Grad nur bis zu 35 Tage gelagert werden.

Kassel. Die schweren Verkehrsunfälle der vergangenen Wochen haben es dramatisch vor Augen geführt: Blutspenden werden im Sommer dringend benötigt.

Doch gerade an heißen Tagen und in der Sommer- und Ferienzeit ist der wertvolle Lebenssaft besonders knapp, weil auch weniger Menschen zur Spende gehen. Deshalb wurde vor 15 Jahren die HNA-Blutspendeaktion ins Leben gerufen. Dazu laden HNA und der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes in dieser Woche erneut ins Regierungspräsidium Kassel, Steinweg 6, ein: Gespendet werden kann am Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag, 23., 24., 25. und 26. August.

Allein in Nordhessen versorgt das Institut 60 Kliniken mit 60.000 Blutkonserven im Jahr. Das gelingt jedoch nur mit der Hilfe freiwilliger Blutspender. Sie helfen damit ihren Mitmenschen, die schwer krank sind oder schwere Verletzungen erlitten haben. Blutprodukte werden beispielsweise bei Gelenkoperationen sowie Herz-, Nieren- und Knochenmarkstransplantationen benötigt oder wenn eine Frau bei einer Geburt viel Blut verliert. Auch für schwer verletzte Unfallopfer oder die Therapie von Krebspatienten müssen stets ausreichend Blutkonserven vorgehalten werden.

Es ist gar nicht schwer, zum Lebensretter zu werden: Sie brauchen eine Stunde Zeit und Ihren Personalausweis. Wenn Sie schon gespendet haben, bringen Sie auch Ihren Blutspendeausweis mit. Im Regierungspräsidium am Steinweg (siehe Karte unten) werden Sie von Mitarbeitern des Blutspendedienstes empfangen.

Und so geht es weiter:

• Sie füllen einen Fragebogen zu Ihrer gesundheitlichen Vorgeschichte aus.

• Bei einem Gespräch mit einem Arzt werden Blutdruck und Puls gemessen.

• Es gibt einen kleinen Pikser in den Finger; mit dem Tropfen Blut wird der Wert des roten Blutfarbstoffs bestimmt. Die Körpertemperatur wird mit einem Infrarot-Thermometer im Ohr gemessen.

• Gibt der Arzt das Okay, werden Sie zu einer Liege zur Blutentnahme im klimatisierten Saal des Regierungspräsidiums begleitet.

• Nun punktieren die erfahrenen Mitarbeiter des Blutspendedienstes mit einer Hohlnadel eine Armvene. Es dauert danach ungefähr zehn Minuten, bis ein halber Liter Blut entnommen ist. Die Einstichstelle wird mit einem kleinen Druckverband und nach kurzer Ruhepause mit einem Pflaster versorgt - dann ist die Spende schon überstanden.

• Jetzt können Sie eine Weile ausruhen. Dann sollten Sie etwas trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Außerdem sind Sie zu einem reichhaltigen Buffet in die Cafeteria eingeladen.

• Zum Schluss gibt es ein Dankeschön: eine Vier-Stunden-Plus-Freikarte für die Kasseler Kurhessen-Therme. Wenn Sie bis zum 31. August die Therme besuchen, können Sie sogar fünf Stunden bleiben. Oder sie entscheiden sich für zwei Freikarten, die in den Cineplex-Capitol-Kinos Kassel und Baunatal eingelöst werden können.

Wo wird gespendet? 

Im Regierungspräsidium Kassel, Steinweg 6.

Wann wird gespendet? 

An den vier Tagen zwischen 10 und 20 Uhr.

Wo kann man parken?

Die Parkhausgesellschaft der Stadt Kassel unterstützt die Aktion und reserviert den Parkplatz zwischen dem Schauspielhaus des Staatstheaters und dem Regierungspräsidium an den vier Tagen für Blutspender. Während der Spende können Spender ihr Auto dort kostenlos parken.

Worauf muss ich vor der Spende achten?

Wer Blut spenden will, sollte darauf achten, schon am Tag vorher mehr als sonst zu trinken und angemessen zu essen. So lassen sich eventuelle Kreislaufschwierigkeiten vermeiden, die aber ohnehin nur in sehr seltenen Fällen auftreten. Auch dafür sind Mitarbeiter und Helfer gut gerüstet.

Mehr als 70 DRK-Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer, darunter 14 Ärzte, werden ab Dienstag bei der Blutspendeaktion im Einsatz sein und die Spender ausführlich beraten und betreuen. Zudem haben sie einen reichhaltigen Imbiss und Getränke vorbereitet.

Für alle Fragen rund um das Blutspenden gibt es das kostenlose Service-Telefon unter 0800 / 119 49 11.

Fragen und Antworten zum Thema Blutspenden

Sie haben sich den Termin der Blutspendeaktion bereits vorgemerkt? Dann finden Sie hier noch Antworten auf wichtige Fragen:

Wer darf überhaupt Blut spenden? 

Blut spenden dürfen alle gesunden Menschen zwischen 18 und 72 Jahren mit mindestens 50 Kilogramm Körpergewicht. Erstspender sollten nicht älter als 65 sein. Zwischen zwei Blutspenden sollten mindestens 56 Tage Abstand liegen. Männer dürfen sechsmal, Frauen viermal im Jahr spenden.

Welche Ausschlusskriterien gibt es ?

Wer in den vergangenen vier Wochen Kontakt zu einem Infektionskranken hatte oder sich zwischen 1980 und 1996 länger als ein halbes Jahr in England aufgehalten hat, ist leider von der Blutspende ausgeschlossen. Außerdem darf niemand spenden, der Gelbsucht oder Malaria hatte, beziehungsweise in einem Malariagebiet geboren oder aufgewachsen ist. Auch Frauen, die schwanger sind oder noch stillen, sollten nicht zur Blutspende gehen.

Vier Monate mit einer Blutspende aussetzen sollte man nach einer großen Operation oder Endoskopie, dem Stechen von Piercings, Ohrlöchern oder Tätowierungen; außerdem vier Wochen nach Antibiotika-Einnahme, Infekt, Durchfall, kleinerem operativen Eingriff oder größerer Zahnbehandlung.

Mal abgesehen davon, dass man mit der Blutspende etwas Gutes tut, welche Argumente sprechen noch dafür, zur Blutspende zu gehen? 

Ein Gesundheits-Check ist Bestandteil der sogenannten Spendentauglichkeitsprüfung. Außerdem werden kostenlos die Blutgruppe und der Rhesusfaktor bestimmt. Da auch der Hämoglobin-Wert kontrolliert wird, kann eine eventuelle Blutarmut entdeckt werden. Ebenso kann man feststellen, ob der Spender an Infektionskrankheiten leidet oder er zum Beispiel eine unentdeckte Leberentzündung durchgemacht hat.

Auch Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen können bei einer solchen Untersuchung auffallen. Der Spender wird zudem benachrichtigt, wenn die Leberwerte auffällig sind oder ein Blutfaktor-Antikörper nachgewiesen wird, der bei Bluttransfusionen gefährliche Zwischenfälle verursachen kann. Für Spender werden die Kosten für eventuell nötige Bluttransfusionen auch dann bezahlt, wenn kein Kostenträger eintritt.

Gibt es Risiken für den Spender? 

Durch die Kontrolle der Laborwerte und die Tauglichkeitsuntersuchung werden Risiken weitgehend ausgeschlossen. Schon bei geringsten Risiken werden die Spender im Zweifelsfall von der Blutspende zurückgestellt.

Bekommt man einen Blutspende-Ausweis? 

Als erfolgreicher Erstspender erhält man nach drei bis vier Wochen einen Blutspende-Ausweis in Kartenformat mit Datenchip zugeschickt. Darin finden sich alle Angaben zur Blutgruppe des Spenders und zum Rhesusfaktor. Den Blutspende-Ausweis sollte man stets bei sich tragen, weil er bei einem medizinischen Notfall schnelle gezielte Hilfe und zusätzliche Sicherheit bedeutet. Wiederholungsspender können den neuen Ausweis gleich mit beantragen.

Wer bekommt am Ende das Blut? 

Der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) testet, verarbeitet und lagert das Blut, um es an die Krankenhäuser zur Versorgung der Patienten weiterzugeben.

Hier findet die Blutspendeaktion statt:

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