Verein ProChrist wurde vor 25 Jahren gegründet

Werbung für Gott: Geschäftsführer Michael Klitzke (links) und Vorsitzender Roland Werner mit Plakaten aus der 25-jährigen Vereinsgeschichte. Foto: Rudolph

Kassel. Eigentlich hat Pro Christ seine Lebenserwartung schon längst überschritten. Der Verein, der 1991 in Kassel gegründet wurde, sollte ursprünglich nur zwei Jahre alt werden: Erstes und einziges Ziel war, die Großveranstaltung „ProChrist“ im Jahr 1993 zu organisieren.

Danach sollte der Verein wieder aufgelöst werden. Doch aus der einmaligen Idee wurde eine Erfolgsgeschichte - und der Verein feiert diesen Monat sein 25-jähriges Bestehen.

Das Unterfangen von ProChrist war seinerzeit spektakulär: Eine fünftägige Glaubens-Reihe mit dem US-amerikanischen Evangelisten Billy Graham wurde aus der Essener Grugahalle per Satellit an 1400 Orte in 55 Ländern übertragen. Technisch war die Live-Übertragung damals eine Herausforderung: „Die Beamer waren solche Kanonen“, sagt der heutige ProChrist-Geschäftsführer Ulrich Klitzke und macht eine ausladende Bewegung mit den Armen. Simultanübersetzer dolmetschten die Vorträge in 40 Sprachen. Und weltweit versammelte sich ein Millionenpublikum, um das Event im Namen des Herrn zu verfolgen, bei dem auch Pop-Barde Cliff Richard auftrat.

Angespornt durch den Erfolg der Premiere verfolgte der Verein sein Anliegen weiter. Ziel war laut Satzung „die Verkündigung des Evangeliums von Jesus Christus und die Förderung des christlichen Glaubens in Deutschland und Europa“. Stimme von ProChrist bei den Großveranstaltungen, die künftig alle paar Jahre stattfanden, wurde der Mitbegründer und langjährige Leiter Ulrich Parzany. Weil er damals hauptberuflich beim CVJM in Kassel arbeitete, fand auch der Verein seinen Sitz hier - zunächst am Bahnhof Wilhelmshöhe, seit 2001 an der Leuschnerstraße.

Dort gibt es inzwischen auch ein kleines TV-Studio für die Produktion von Youtube-Videos und ein Mini-Logistikzentrum, von dem aus Material nach ganz Europa verschickt wird - vom Leitfaden für die Veranstaltungsorganisation bis zum Jesus-Trinkbecher.

Mit den Jahren hat sich der Verein zu einer Art christlicher Eventagentur entwickelt. „Wir verstehen uns als Dienstleister für die Kirchen“, sagt Klitzke. Immer wieder macht ProChrist mit ungewöhnlichen Aktionen von sich reden - oder besser gesagt von Gott: Als kleinste Kirchen der Welt wurden vor zehn Jahren 70 Smarts auf Tour und sogar unter Tage in ein Bergwerk geschickt. Auch im Internet holtProChrist die Menschen ab: Vor drei Jahren wurden Online-Nutzer aufgerufen, ihre Wünsche an Gott abzuschicken - und erhielten Antwort von Christen, die für ihre Anliegen beteten.

Nächste Etappenziele sind die Jugendveranstaltung Jesushouse 2017 und das große ProChrist-Event 2018. Im Arbeitseifer hätte der Verein da fast sein eigenes Jubiläum vergessen. So wurde der 25. Geburtstag ganz bescheiden mit einer Schwarzwälder Kirschtorte gefeiert.

www.prochrist.org

ProChrist in Zahlen

8 hauptamtliche Mitarbeiter sind bei ProChrist beschäftigt. Bei den Veranstaltungen werden sie von ungezählten Ehrenamtlichen aus Gemeinden vor Ort unterstützt.

17,5 Prozent kirchenferne Gäste wurden bei der Großveranstaltung „ProChrist Live“ im vergangenen Jahr erreicht. Dabei gab es erstmals Live-Vorträge an allen teilnehmenden Orten statt Video-Übetragungen. Insgesamt nahmen mehr als 100.000 Gäste an den 120 Veranstaltungsorten in fünf Ländern teil - allein 3700 kamen in die documenta-Halle in Kassel.

80 Prozent des Geldes, von dem der Verein seine Arbeit finanziert, stammen aus Spenden. Im Schnitt stehen rund eine Million Euro pro Jahr zur Verfügung.

900 Orte in 15 Ländern waren es, an die zuletzt die ProChrist-Veranstaltung 2013 aus der Porsche-Arena in Stuttgart ausgestrahlt wurde.

30.630 Gebete wurden 2012/2013 innerhalb von vier Monaten bei einer Internetkampagne von ProChrist für Menschen gesprochen, die auf Internetportalen einen „Wunsch an Gott“ hinterließen.

8.600.000 Gäste (8,6 Millionen) haben seit 1993 eine ProChrist-Veranstaltung besucht.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.