Grünen-Abgeordnete Nicole Maisch tritt zur Bundestagswahl nicht mehr an

NicoleMaisch

Kassel. Grünen-Abgeordnete Nicole Maisch will zur Bundestagswahl im Herbst 2017 nicht mehr kandidieren. Die Nachfolge strebt der Kasseler Grünen-Parteichef Boris Mijatovic an.

Im Bundestagswahlkreis Kassel werden die Karten neu gemischt: Beide Abgeordnete, die bisher die Menschen aus Stadt und Kreis Kassel in der Bundeshauptstadt Berlin vertreten, wollen zur Wahl im Herbst 2017 nicht mehr antreten. Nach Ulrike Gottschalk (SPD) hat nun überraschend auch Nicole Maisch (Grüne) angekündigt, dass sie nicht mehr kandidieren wird.

Zweikampf in der SPD 

In der SPD läuft es bei der Gottschalck-Nachfolge auf den Zweikampf zwischen dem Landtagsabgeordneten Timon Gremmels (Niestetal) und der Kasseler Stadträtin Esther Kalveram hinaus. Für die Grünen in Stadt und Kreis wirft der Kasseler Parteichef und Stadtverordnete Boris Mijatovic seinen Hut in den Ring. Er wolle sich am Donnerstag in der Kreismitgliederversammlung als Bundestagskandidat vorstellen, kündigt Mijatovic an.

Alleingang bei den Grünen? 

Boris Mijatovic

Entschieden werden soll über den Bundestagskandidaten der Grünen im Wahlkreis Kassel beim Nominierungsparteitag am 3. November. Andere Interessenten sind nicht bekannt. Boris Mijatovic, Jahrgang 1974, ist Wahlkreisreferent der Abgeordneten Nicole Maisch. Die vierfache Mutter zog 2007 als Nachfolgerin von Matthias Berninger in den Bundestag ein. Nach elf Jahren als Abgeordnete wolle die 36-Jährige aus persönlichen Gründen nicht wieder kandidieren und sich anderen Aufgaben widmen. Darauf habe sie sich in der Sommerpause festgelegt, berichtet ihr Referent und potentieller Nachfolge-Kandidat Mijatovic.

Listenplatz entscheidend 

Der Wahlkreis Kassel umfasst Stadt und Altkreis Kassel (ohne Baunatal und Schauenburg) und wird traditionell von der SPD dominiert. Dass die Grünen das Direktmandat gewinnen, ist unwahrscheinlich. Der Einzug eines Kandidaten Mijatovic in den Bundestag kann deshalb nur über einen vorderen Platz auf der hessischen Landesliste gelingen. Die Grünen-Landesvertreterversammlung will die Liste am 26. November festlegen.

Wett für CDU, Nölke für FDP 

Die SPD will über ihren Bundestagskandidaten in der Wahlkreiskonferenz am 18. November entscheiden. Als CDU-Kandidat wird erneut Dr. Norbert Wett vorgeschlagen, der Delegiertenparteitag entscheidet am 5. November. Für die FDP ist wiederum Matthias Nölke nominiert. Neben Ulrike Gottschalck (SPD) und Nicole Maisch (Grüne) werden Stadt und Kreis Kassel durch Thomas Viesehon (Wahlkreis Waldeck mit Baunatal und Schauenburg) im Bundestag vertreten. Der Volkmarser Christdemokrat hatte 2013 erstmals den SPD-dominierten Wahlkreis gegen Ullrich Meßmer (Calden) gewonnen.

Wahl des OB-Kandidaten 

Beim Nominierungsparteitag der Grünen am 3. November steht übrigens noch eine wichtige Personalie auf der Tagesordnung: Die Versammlung soll über den Kandidaten zur Oberbürgermeisterwahl in Kassel (5. März 2017) beschließen.

Der Bundestagswahlkreis Kassel (Wahlkreis 168) wurde seit 1949 stets von SPD-Direktkandidaten gewonnen. Bei der letzten Bundestagswahl am 22. September 2013 holte die SPD-Kandidatin Ulrike Gottschalk mit 40 Prozent der Erststimmen das Direktmandat. Mitbewerber Norbert Wett (CDU) kam auf 35,2 Prozent.

Bei den Zweitstimmen errangen unter anderem Matthias Nölke (FDP) 4,0 Prozent, Nicole Maisch (Grüne) 12,7 Prozent, Kai Manuel Boeddinghaus (Die Linke) 8,7 und Volker Berkhout (Piraten) 2,3 Prozent.

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