Harleshäuser Ossenstele vor Rückkehr auf Ossenplatz

Soll noch im August wieder auf dem Ossenplatz aufgestellt werden: Die Ende Juni bei einem Unfall beschädigte Ossenstele. Unser Foto zeigt die Bildhauerin Karin Bohrmann im Dezember 2014 bei der Übergabe des Kunstwerks zum Jubiläum des Bürgervereins. Archivfoto: Fischer

Kassel. Noch im August soll die Ossenstele wieder auf ihrem angestammten Platz stehen. Ein Autofahrer hatte das Kunstwerk beschädigt. Bürgerverein lässt es bei Glaser reparieren.

Mehr als sechs Wochen fehlt die Ossenstele auf dem Harleshäuser Ossenplatz. Der Sockel, auf dem das von Bildhauerin Karin Bohrmann (Grebenstein) gefertigte Kunstwerk stand, wird seit Ende Juni notdürftig von einem rot-weißen Baustellenhütchen (Pylone) bedeckt. Nicht wenige Harleshäuser fragten sich bereits, was mit der Ossenstele passiert ist und wann sie wieder zurück auf den Stadtteilplatz an der Wolfhager Straße kommt.

„Ich kann die Leute beruhigen“, gibt Carsten Höhre, der Vorsitzende des Bürgervereins Kassel-Harleshausen, auf Anfrage Entwarnung. Die Ossenstele sei nicht verschwunden, sondern bei einem Glaser im Stadtteil in Reparatur. Denn am 23. Juni habe ein Autofahrer die Stele mit seinem Wagen gerammt und dabei den gläsernen Sockel beschädigt. Die Reparatur habe leider etwas länger gedauert, denn das Glas hätte erst bestellt werden müssen, berichtet Carsten Höhre.

Die Bronze-Teile des leuchtenden Kunstwerks haben nach seinen Angaben zum Glück keinen Schaden erlitten. Er wolle sie nun dem Glaser übergeben, damit dieser die Reparatur abschließen könne, kündigt Höhre an. Noch im Laufe des Monats August soll die Ossenstele dann wieder auf ihrem angestammten Platz aufgebaut werden. Eventuell wolle der Bürgerverein die Rückkehr mit einem kleinen Fest feiern. Zu den Reparaturkosten kann Höhre noch nichts sagen.

Zu seinem 50-jährigen Bestehen hatte der mehr als 180 Mitglieder starke Bürgerverein die Ossenstelle aufstellen lassen und die Übergabe an den Stadtteil im Dezember 2014 mit Einschalten der Beleuchtung gefeiert. Die Stele zeigt, wie die Harleshäuser einst im Volksmund zu ihrem Spitznamen „Ossen“ - also Ochsen - kamen. Die Bronze-Figuren des Kunstwerks geben die legendäre Jagd der Harleshäuser auf einen besonderen Auerochsen wieder. Im Jahr 1604 sollen die aufgebrachten Bauern das Tier des mächtigen Landgrafen Moritz erlegt haben, weil es dauernd deren Felder zertrampelte. Dafür wurden die Harleshäuser schwer bestraft und gelten seither als „Ossen“.

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