Fünf Parteien werben um Sitze im Ortsbeirat

Kommunalwahl 2016 in Kassel: Spitzenkandidaten aus Harleshausen

Steht im besonderen Interesse der Kommunalpolitiker im Stadtteil: die Sanierung des Harleshäuser Freibades. Archivfoto: Schachtschneider

Kassel. Für den Stadtteil Harleshausen (12.800 Einwohner) treten fünf Parteien beziehungsweise Wählergruppen bei den Ortsbeiratswahlen an. Hier einige ihrer Ziele:

SPD

• Erhalt der guten Nah- und Gesundheitsversorgung durch gezielte Förderung des Ortskerns mit dem neu eröffneten Wochenmarkt

• Entwicklung und Anbindung des neuen Baugebietes zum Feldlager an den Stadtteil

• Erhalt einer guten Anbindung des Stadtteils an den Öffentlichen Personenennahverkehr (ÖPNV)

• Barrierefreier Zugang zur Regiotramhaltestelle Bahnhof Harleshausen

• Förderung des Vereinswesens durch Vernetzung und Unterstützung durch den Ortsbeirat und die Stadtverordneten

• Die Kinder- und Jugendarbeit im Stadtteil soll vernetzt und gefördert werden. Das Angebot soll breit und öffentlich kommuniziert werden.

• Sanierung der Spielplätze im Stadtteil.

CDU

• Ausreichende Berücksichtigung des Stadtteils bei der Liniennetzreform der KVG, vor allem muss laut CDU die Anbindung an das Freibad gewährleistet sein

• Stärkung des Einzelhandels und des Handwerks sowie der Infrastruktur.

• Als starker Teil des Ortsbeirats stehen wir den Begehren der Bürgerinnen und Bürger offen zur Seite und setzen vor allem auf bürgernahe Mitwirkung und Gestaltung unseres traditionsreichen Stadtteils Harleshausen, teilt die CDU mit.

Grüne

• „Wir Grüne wollen den Ortskern als lebendiges Zentrum stärken“, erklärt die Partei. Mit Hilfe der Vereine soll die Identifikation der Harleshäuser mit ihrem Stadtteil gefördert werden.

• Angesichts zunehmender Leerstände von Geschäftsräumen wird ein Nutzungskonzept gefordert, das mit dem Ortsbeirat zu entwickeln ist.

• Die ÖPNV-Versorgung darf nicht verschlechtert werden, das Schwimmbad muss erreichbar bleiben.

• Die Ortsmitte und die Obervellmarer Straße bis zum Lilienweg sind eng und viel befahren. Tempo 30 soll für mehr Verkehrssicherheit und geringere Belastung durch Autolärm und -abgase sorgen.

FDP

• Der Wochenmarkt auf dem Ossenplatz soll weiter so gefördert werden, dass er auf Dauer Bestand hat und noch verbessert wird.

• Die Buslinie 10 zum Schwimmbad und der Eschebergstraße soll erhalten bleiben.

• In der Grundschule im Krauthof muss die marode Turnhalle komplett renoviert und modernisiert werden.

Freie Wähler

• Stärkung der direkten Bürger-Beteiligung an den Entscheidungen im Stadtteil und in der gesamten Stadt.

• „Wir wollen die Diskussion und die Planung einer Straßenbahntrasse nach Harleshausen wieder in Gang setzen“, kündigt die FWG an.

• Harleshausen benötigt einen eigenen Stadtteilmanager. Er soll die ständige Verbindung zwischen Stadtteil und Stadt koordinieren, den Branchenmix der Läden im Auge behalten und zudem Ansprechpartner für die Vereine sein.

• Vereine, ehrenamtliche Initiativen und Kulturschaffende sollen in Zukunft die Fördermöglichkeiten und Unterstützungen von der Stadt direkt erfahren und nicht mehr solchen Angeboten hinterherlaufen müssen.

Die Spitzenkandidaten der Parteien für den Ortsbeirat

SPD, Reinhard Wintersperger

• Spitzenkandidat: Reinhard Wintersperger • Der 68-jährige Richter a.D. ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Er lebt(e) von 1961 bis 1965, von 1977 bis 1981 und seit 1985 in Harleshausen. Wintersperger war von 1990 bis 1998 und ist seit 2001 im Ortsbeirat. Seit 2006 ist er Ortsvorsteher. Wintersperger ist Mitbegründer des Fördervereins Schwimmbad Harleshausen und war Vorsitzender der Sportvereinigung und des SPD-Ortsvereins. Er ist aktiv in weiteren Vereinen und Betreiber des Wochenmarkts.

CDU, Gudrun Heuser

• Spitzenkandidatin: Gudrun Heuser • Die 63-Jährige ist Hauswirtschaftsmeisterin, Dozentin und beim Hausfrauenverband Kassel in der Ausbildung und Prüfungsvorbereitung tätig. Heuser ist verwitwet, wohnt seit 1989 in Harleshausen und engagierte sich bereits im Ortsbeirat von 2006 bis 2011. Ehrenämter: Stadtteilbüro, Pflegebegleiterin bei der Diakonie Kassel, Kassenverwalterin des Hausfrauenverbandes Kassel und Schatzmeisterin des DHB Netzwerk Haushalt Hessen. Seit 1976 ist sie CDU-Mitglied.

Freie Wähler, Dr. Bernd Hoppe

Doppel-Spitze • Spitzenkandidat: Dr. Bernd Hoppe • Dr. Bernd Hoppe wurde 1960 geboren und sitzt für die Fraktion Demokratie erneuern/Freie Wähler in der Kasseler Stadtverordnetenversammlung. Der Rechtsanwalt ist verheiratet, hat eine Tochter und einen Sohn. Er lebt seit dem Jahr 2001 im Stadtteil Harleshausen. Hoppe ist zugleich Spitzenkandidat für die Stadtverordnetenversammlung. Für Harleshausen strebt er unter anderem eine stärke Bürgerbeteiligung an.

FDP, Heinz Gerrit Rethagen

Im „Unruhestand“ • Spitzenkandidat: Heinz Gerrit Rethagen • Seit 44 Jahren wohnt Heinz Gerrit Rethagen mit seiner Frau bereits in Harleshausen. Seit 2013 ist er im Ortsbeirat tätig. Als Einzelhandelskaufmann war er über 35 Jahre als Geschäftsführer im Schuheinzelhandel tätig. Seit 2009 sei er im „Unruhestand“. Als Jugendlicher sei er guter Handballer gewesen, noch bis 2010 habe er sich als Jugendtrainer beim TSV Deute eingebracht. Hobbys: Handball, Schwimmen und Tischtennis.

Grüne, Jochen Scharf

Neu in der Politik • Spitzenkandidat: Jochen Scharf • Der Stadtplaner und Städtebauarchitekt wurde 1966 in Mainz geboren. Er ist verheiratet und hat vier Kinder. Seit Beginn des Studiums (1987) lebt er in Kassel und wohnt seit 2010 in Harleshausen. Scharf erledigt fast alle Wege mit dem Fahrrad und lobt die gute Versorgungssituation im Stadtteil. Er ist neu in der Politik und parteilos. Allerdings stehe hinter seiner Kandidatur ein Fragezeichen, so Scharf, denn er sei vor der Vertragsunterzeichnung für einen Job im Rathaus. In diesem Fall würde die auf Listenplatz 2 stehende Helga Weber an die Spitze der Grünen-Kandidaten rücken.

Kandidaten für den Ortsbeirat

CDU

Gudrun Heuser, Hauswirtschaftsmeisterin, Jahrgang 1952 • Rainer Bärwald, Rentner, 1942 • Bärbel Wolff-Burgtorff, Rentnerin, 1951 • Leon Heyne, Student, 1993 • Hanns-Dieter Gerdum, Diplom-Ingenieur, 1939.

SPD

Reinhard Wintersperger, Richter a. D., 1947 • Carsten Höhre, Angestellter, 1960 • Karin Rampe, Lehrerin, 1963 • Hubert Hackenschmidt, Pensionär, 1949 • Werner Wiegand, Rentner, 1946 • Anja Möller, Angestellte, 1969 • Norman Eickel, Angestellte, 1981 • Jonas Niemann, Speditionskaufmann, 1989 • Patrick Hartmann, Angestellter, 1982 • Dietmar Bürger, Politikwissenschaftler, 1969 • Klaus Plaß, Studienrat i. R, 1945 • Gösta Ehrhardt, Rentner, 1944.

Grüne

Jochen Scharf, Stadtplaner, 1966 • Helga Weber, Lehrerin i. R., 1947 • Dr. Enno Janßen, Chemiker i. R., 1945 • Peter Gries, IT-Betreuer, 1958 • Arne Träger, Angestellter, 1985.

FDP

Heinz Gerrit Rethagen, Einzelhandelskaufmann i. R., 1944 • Thorsten Burmeister, Selbstständiger Holzfachwirt, 1964 • Manuela Ernst, Zahnarzthelferin, 1974 • Helmut Reckert, Rentner, 1944 • Sabine Anselmann-Seydler, Lehrerin a. D., 1945 • Karin Schöps, Rentnerin, 1934.

Freie Wähler

Dr. Bernd Hoppe, Rechtsanwalt, 1960 • Olaf Petersen, Arbeiter, 1965 • Corinna Breidenbach, Frisörin, 1968 • Enrico Waap, Schlosser, 1954.

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