Zeugen fanden den Schwerverletzten

Messerattacke in Kassel: Opfer lag blutend an der Straße

Bis hierhin schleppte sich der Verletzte: An der Einmündung der Franzstraße auf die Wolfhager Straße brach der 48-Jährige zusammen. Foto: Fischer

Kassel. Diesen Samstag wird ein Ehepaar aus Ahnatal so schnell nicht vergessen. Gegen 23.30 Uhr waren der 63-Jährige und seine Frau auf der Heimfahrt von einem Tanzabend in Kassel.

Da stand an der Wolfhager Straße in Harleshausen ein junger Mann neben seinem Ford Fiesta mit Warnblinklicht und forderte sie zum Anhalten an. Da liege ein Mann mit Messerstichen im Bauch und er würde ungern allein bleiben, berichtete der junge Mann dem Ehepaar.

Der Schwerverletzte habe stöhnend auf dem Gehweg gelegen, schildert der Ahnataler. Von Weitem glaubte er sogar zu erkennen, dass das Messer noch steckte. „Da war jedenfalls irgendetwas auf der linken Seite des Bauchs“, schildert der 63-Jährige. Zum Glück sei die Verletzung links gewesen, fügt er hinzu: „Sonst hätte es die Leber treffen können.“ Um den Verletzten hätte sich inzwischen bereits ein weiteres Pärchen gekümmert.

Weil die Beine des Mannes zum Teil auf die Fahrbahn ragten, habe der Fiesta-Fahrer geistesgegenwärtig seinen Wagen gewendet, um die Spur zu versperren. Er selbst habe begonnen, den Verkehr zu regeln, erzählt der Ahnataler. Ein vorbeifahrendes Paar hielt an und steuerte noch eine Warnblinkleuchte bei, um die Verkehrsteilnehmer frühzeitig zu warnen. „Jeder hat gemacht, was er konnte, und jeder hat es gut gemacht“, sagt der 63-Jährige über das siebenköpfige Helferteam. „Das hat wirklich reibungslos funktioniert.“

Wenig später sei der Krankenwagen eingetroffen. Die Sanitäter hätten den Verletzten auf die Trage gehoben, in den Wagen gebracht und den beiden Ersthelfern noch die Hände desinfiziert. Auch eine Polizeistreife sei hinzugekommen. Die Beamtin habe gefragt, ob jemand von den Zeugen die Tat beobachtet habe. Als alle dies verneinten, habe sie barsch gesagt, dann könnten sie jetzt gehen, schildert der Ahnataler. „Man hätte ja wenigstens mal kurz sagen können: Danke für Ihre Hilfe, wir übernehmen jetzt.“

Wenig später wurde der 46-jährige Tatverdächtige in seiner nahe gelegenen Wohnung an der Franzstraße festgenommen. Auch das blutverschmierte Küchenmesser, mit dem offensichtlich auf den 48-Jährigen eingestochen worden war, stellten die Beamten dabei sicher.

Der 46-jährige Tatverdächtige befindet sich inzwischen wieder auf freiem Fuß, wie die HNA auf Nachfrage erfuhr. Der Kasseler war auf Antrag der Staatsanwaltschaft am Sonntag einem Bereitschaftsrichter vorgeführt worden. Dieser sah keine Fluchtgefahr und lehnte eine Untersuchungshaft ab.

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