Nach 36 Jahren: Abschied von Pfarrer Peter Strenger

Katholische Kirche und Kindergarten: Pfarrer Peter Strenger an den bunten Figuren, die auf die Kindertagesstätte der katholischen Pfarrgemeinde Herz Mariä Harleshausen hinweisen. Foto: Hermann

Harleshausen/Ahnatal. Beim Pfarrfest am Sonntag nimmt die katholische Kirchengemeinde Herz Mariä Abschied von Pfarrer Peter Strenger. Die Nachfolge tritt Markus Steinert an.

Verwaltung ist ihm nicht wichtig. „Dafür hatte ich einen guten Verwaltungsrat“, schmunzelt Peter Strenger, der Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde Herz Mariä Harleshausen und Ahnatal. Wichtig sei ihm immer der Kontakt zu den Gemeindemitgliedern gewesen - etwa bei Hausbesuchen an Geburtstagen. „Ich wollte möglichst nah am Menschen sein.“

Mit 70 Jahren und nach 36 Dienstjahren in der Gemeinde wird Strenger am Sonntag beim Pfarrfest in Harleshausen verabschiedet. Als er dort im September 1980 begann, habe er eine lebendige Gemeinde angetroffen. Eine, die in schöner Umgebung Stadt und Land vereine. „Mir gefiel es halt gut hier“, sagt er auf die Frage, warum er mehr als drei Jahrzehnte geblieben ist.

Abschied sei nicht seine Sache, räumt der gebürtige Darmstädter ein. Für seinen langjährigen Dienst in und um Kassel zieht Strenger eine zufriedene Bilanz. Er sei froh, dass so viele Ehrenamtliche das Gemeindeleben mitgestalten. In Ahnatal gebe es seit rund 30 Jahren ein ökumenisches Gemeindezentrum, das im Bistum Fulda einmalig sei. „Die Ökumene liegt mir besonders am Herzen. Es gibt keine Alternative dazu. Man darf sich nicht abschotten.“

Als er nach Studium und Kaplans-Jahren als Pfarrer nach Nordhessen kam, zählte die Herz-Mariä-Gemeinde 4000 Mitglieder. Heute seien es noch 3600 in Harleshausen, Jungfernkopf und Ahnatal zusammen. 300 würden die Gottesdienste besuchen. Strenger: „Das Interesse am Glauben hat nachgelassen. Es gibt keine Volksfrömmigkeit mehr.“

Seit einiger Zeit ruht die seelsorgerische Arbeit allein auf seinen Schultern, einen Gemeindereferenten oder Kaplan gibt es nicht mehr. Auch deshalb sei die Bedeutung der Ehrenamtlichen größer geworden. Doch bedauere er, dass die Frauen in der katholischen Kirche noch immer so wenig Rechte hätten.

Umzug nach Naumburg 

Mit dem August tritt Strenger in den Ruhestand ein. Er wolle nicht so lange arbeiten, bis er „unter Denkmalschutz“ stehe. Bei Gelegenheit werde er gern aushelfen, bleibe auch Präses des Dekanats Kassel-Hofgeismar. In seiner Zeit wurden in Harleshausen Kirche und Gemeindezentrum renoviert. Froh ist er auch über die in der 70ern eröffnete Kindertagesstätte, die einen „schönen Garten“ habe und gut angenommen werde.

Mit dem Ruhestand ist für den Pfarrer ein Umzug verbunden. In der letzten Juli-Woche wird er mit seiner langjährigen Weggefährtin Cordula Schmitt in den Naumburger Stadtteil Elbenberg ziehen. Früher habe er gern gejoggt. Bald habe er mehr Zeit, um mit seinem Hund „Afa“, einem Labrador-Mix aus dem Tierheim, durch den Habichtswald zu spazieren.

In das Pfarrhaus in Harleshausen wird Markus Steinert, Pfarrer der Kirchengemeinde St. Michael (Ludwig-Mond-Straße) ziehen. Steinert wird künftig die St.-Michael- und die Herz-Mariä-Gemeinde gemeinsam betreuen.

Pfarrer Strenger wird am Sonntag, 3. Juli, beim Pfarrfest verabschiedet. Das Fest in Harleshausen beginnt um 10 Uhr, die Verabschiedung um 15 Uhr.

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