Insolvenz der Eigentümer-GmbH stellt Pläne in Frage

Vorerst keine Flüchtlingsunterkunft: Was wird aus dem Lindenhof in Harleshausen?

Als Gaststätte im vergangenen Sommer aufgegeben: der Lindenhof an der Ecke Eschebergstraße/Falkenweg in Harleshausen. Ob darin die geplante Flüchtlingsunterkunft eingerichtet wird, bleibt nach der Insolvenz der Eigentümer-Gesellschaft ungewiss. Fotos: Hermann

Harleshausen. Aus der Einrichtung einer Flüchtlingsunterkunft im Harleshäuser Lindenhof wird vorerst nichts.

Zum 1. März ist gegen die Eigentümer-Gesellschaft des ehemaligen Traditionsgasthauses, die Kasseler SGS Grundstücksentwicklungs GmbH, ein Insolvenzverfahren eröffnet worden. Als Insolvenzverwalterin wurde Anwältin Jutta Rüdlin von der Kanzlei Henningsmeier (Melsungen) eingesetzt.

Was nun aus der Immobilie an der Eschebergstraße/Ecke Falkenweg wird, ist offen. „Ich versuche, das Objekt so gut es geht zu vermarkten“, sagte die Insolvenzverwalterin. Eigentümerin sei die SGS GmbH, Grundpfandgläubigerin sei ein Finanzierungsfonds. Derzeit sei sie im Gespräch mit zwei Interessenten. Was diese mit dem Lindenhof machen wollen, das wisse sie noch nicht, betonte Jutta Rüdlin. Bis Ende Mai, so hoffe sie, werde sich aber herausstellen, ob einer dieser Interessenten die Immobilie tatsächlich kaufen wolle.

„Der Eigentümer der Immobilie hat uns mitgeteilt, dass er an einer Nutzung als Flüchtlingsunterkunft kein Interesse mehr hat und eine Alternativnutzung plant“, erklärte Sascha Stiebing, Sprecher der Stadt Kassel, zum Lindenhof in Harleshausen.

Ortsvorsteher überrascht

Mobiliar und Müll im Innenhof: das Ergebnis der Aufräum- und Ausräumarbeiten in den vergangenen Tagen und Wochen.

Von dieser Information zeigte sich Ortsvorsteher Reinhard Wintersperger (SPD) auf Anfrage unserer Zeitung überrascht. Wie berichtet, hatten Vertreter der Stadt in der Ortsbeiratssitzung Ende Februar angekündigt, die ehemalige Gaststätte würde zu einer weiteren Unterkunft für Flüchtlinge im Stadtteil umgebaut. 50 Menschen sollten darin untergebracht werden. Die Pläne seien bereits auf dem Weg. Weil in den vergangenen Tagen und Wochen Aufräumarbeiten erkennbar gewesen seien, sei er davon ausgegangen, der Lindenhof werde bereits als Unterkunft eingerichtet, meinte Wintersperger.

Als Gaststätte hat der 1870 eröffnete Lindenhof schon seit August 2015 geschlossen. Nach 22 Jahren hatten die Betreiber Barbara und Karsten Damm den Traditionsbetrieb aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben und die Immobilie an den Kasseler Bauträger SGS Grundstücksentwicklungs GmbH verkauft. Ursprünglich wollte die SGS auf dem Lindenhof-Areal neuen Wohnraum schaffen. Lange Zeit tat sich nichts, bis Pläne für eine Flüchtlingsunterkunft bekannt wurden.

Architekt in Wartestellung

Wegen des Insolvenzverfahrens gegen die SGS, das auch den Lindenhof betrifft, befindet sich Architekt Peter Spöth (Kassel) nach eigenen Angaben in Wartestellung. Es könne erst dann weitergehen, wenn es wieder einen Bauherrn gebe, meinte Spöth. Seiner Einschätzung nach soll aber an dem Ziel einer Nutzung als Flüchtlingsunterkunft festgehalten werden.

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