Kasseler Bauunternehmen setzte im vergangenen Jahr 90 Millionen Euro um

Hermanns wächst rasant

Auch in Wiesbaden aktiv: Die US-Streitkräfte erweitern ihren zentralen Standort. Hermanns hat dafür die Erschließung übernommen und die Infrastruktur geschaffen. Foto: Schachtschneider

kassel. Das Kasseler Bauunternehmen Hermanns AG hat ein Ausnahmejahr hinter sich und will 2012 auf ähnlich hohem Niveau weitermachen. Nach Angaben von Personalvorstand Dr. Anne Fenge steigerte das mittelständische Unternehmen den Umsatz 2011 um fast 30 Prozent auf den Rekordwert von 90 Millionen Euro. In diesem Jahr soll die Bauleistung ähnlich hoch ausfallen. „Wir haben sehr gut zu tun. Unser Auftragsbestand reicht fast bis zum Jahresende“, sagte Anne Fenge.

Grund für die gute Auftragslage sind vor allem zwei Großprojekte, die Hermanns gegen harte Konkurrenz an Land gezogen hat: der Flughafenbau in Calden, an dem die Kasseler maßgeblich beteiligt sind, und ein Projekt in Wiesbaden-Erbenheim, wo die US-Streitkräfte ihren Standort erweitern. Für ein großes, neues Wohngebiet haben die Nordhessen nicht nur die gesamte Erschließung vorgenommen und Infrastruktur geschaffen. Sie bauen auch Sportanlagen, Spielplätze, Joggingpfade und ein Regenrückhaltebecken.

Was vor zweieinhalb Jahren für Hermanns als 9,5-Millionen-Euro-Projekt begann, wuchs sich im Laufe der Zeit zu einem Auftragsvolumen von bis zu 25 Mio. Euro aus. Die US-Streitkräfte haben sehr strenge Bauvorschriften und hohe Qualitätsstandard sowie genaue Vorstellungen davon, was sie wollen.

Gründe für den Erfolg des Unternehmens sieht Vorstandschef Hans-Ulrich Hujer nicht nur in der Spezialisierung der Kasseler auf anspruchsvolle und damit auch lukrative Nischenprojekte. Vor allem die Ausweitung der Aktivitäten auf das gesamte Bundesgebiet bringe dem Unternehmen mit seinen aktuell 370 Beschäftigten jede Menge Aufträge. Nach Angaben Fenges entfallen mittlerweile 80 Prozent der Bauleistung auf Projekte außerhalb des angestammten Marktgebiets Nordhessen und Erfurt.

Der Umsatzsprung hat sich auch positiv auf die Zahl der Beschäftigten ausgewirkt, die in den vergangenen Jahren um 50 gestiegen ist. Und Hermanns ist ständig auf der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern. Gebraucht werden Ingenieure, Poliere, Meister und Maschinenführer. „Der Markt ist wie leergefegt“, beklagt Fenge den Fachkräftemangel in der Branche. Hermanns versucht dem mit Ausbildung zu begegnen. 20 Lehrlinge stehen unter Vertrag. Hermanns beschäftigt aber nicht nur eigene Mitarbeiter. Über Subunternehmen und Partnerbetriebe arbeiten nach Fenges Schätzung „ganzjährig weit mehr als 1000 Menschen für uns“.

Die Ertragslage bezeichnen Fenge und ihr Ehemann, Finanzchef Sven Haar, als befriedigend. Konkrete Zahlen nennt das Unternehmen nicht. Die Baupreise seien noch immer niedrig. Hinzu komme, dass Hermanns derzeit viel in neue Technik investiere, weil in den Krisenjahren nur wenig angeschafft worden sei.

Von José Pinto

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