Eröffnung ist am 9. Juli

Herwig Thol und Markus Hutter sind die Erfinder und Macher der Licht-Kunstschau „Licht(e) Wege“

Fasziniert von Lichtkunst im Park: Herwig Thol (links) und Marmekus Hutter sind die Macher von „Licht(e) Wege“. Foto: Hein

Kassel. Der Countdown läuft für das nächste nächtliche Leuchten auf dem Weinberg. Am 9. Juli öffnet die Ausstellung „Licht(e) Wege“ mit neuer verzaubernder Lichtkunst unterm Sternenhimmel. In diesem Jahr feiert die Schau ihre zehnte Auflage. Wer hat sie sich ausgedacht?

Die Macher der Lichtkunstschau stehen - um im Bild zu bleiben - ein wenig im Schatten ihrer strahlenden Erfindung: Der Kasseler Gärtner und Landschaftsplaner Herwig Thol (61) und der Künstler Markus Hutter (59) aus Hannover hatten 2002 im Bergpark zum ersten Mal das Wagnis ihrer Freiluftausstellung „Licht(e) Wege“ unternommen.

Die Licht(e)n Wege haben auch schon im großen Gewächshaus Station gemacht und nannten sich dort 2004 Licht(e) Räume. Archivfoto: nh

Manche Hemmnisse, Unwägbarkeiten und Krisen sind überstanden. Die Begeisterung ist geblieben. „Wir haben nie aufgehört, an die Idee zu glauben“, sagt Thol. Er erinnere sich gut daran, wie er Ende der 1990er-Jahre erwartungsvoll zum Lichterfest in den Bergpark gepilgert war. Und „herb enttäuscht“ war von der lieblosen Illuminierung, die seinerzeit ein eigens gegründeter Zissel-Verein organisiert hatte. Thol: „Das war dieser grandiosen Location Bergpark einfach nicht würdig.“

Das Lichterfest ging ihm indes nicht aus dem Kopf. Als er später für die Gestaltung des Japanischen Gartens in Hess. Lichtenau mit dem Schweizer Steinbildhauer Hutter zusammenarbeitete, nahm das Thema Gestalt an. Während der gemeinsamen Autofahrten nach Heli begannen die zwei kreativen Köpfe, die beide in Kassel studiert hatten, Pläne zu schmieden: für ein ganz anderes Lichterfest, mit Künstlern, die die Örtlichkeit ins Zentrum ihrer Arbeit stellen.

Thol dachte bei der Konzeption der Lichten Wege auch an die barocke Tradition, fürstliche Parks mit Feuer und Kerzenlicht zu illuminieren, um die Gartenkunst auch des Nachts in Szene zu setzen. „Die Idee lässt uns einfach nicht mehr los, sondern fasziniert uns mehr und mehr“, sagt Thol.

Für ihre vielgelobte Premiere 2002 im Bergpark, die von 20.000 begeisterten Besuchern gefeiert wurde, erhielten sie Unterstützung von der damaligen Verwaltung Staatliche Schlösser und Gärten, namentlich von Hermann Mielke, dem Leiter des Bergparks. Ein wichtiger Partner und Sponsor bis heute sind die Städtischen Werke, die für die Elektrifizierung der Örtlichkeit sorgen. Denn die musste aus diversen Gründen immer wieder wechseln. Es war in der Vergangenheit die Insel Siebenbergen und zuletzt der Weinberg. Jahr für Jahr laden sich Thol und Hutter - mit Unterbrechung - einen Brocken Arbeit und finanzielles Risiko auf.

„Die Leute staunen immer, dass wir nur zu zweit sind“, sagt Hutter und fügt hinzu. „Wir ergänzen uns gut, weil jeder die Menschen auf andre Weise ansprechen möchte.“ Die Finanzierung sei stets ein Kampf. „Jedes Jahr, wenn wir die endgültige Entscheidung treffen müssen, stehen wir auf dem Schlauch“, sagt Thol: „Wenn wir sicher sind, dass die Künstler bezahlt werden können, legen wir einfach los.“

Die Lichtkunst-Schau auf den Weinberg-Terrassen „Licht(e) Wege“, findet vom 9. Juli bis 21. August statt. Eröffnung ist am Samstag, 9. Juli, 21 Uhr.

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