Hunderte Gegendemonstranten

Mit lauten Pfiffen und Vuvuzelas gegen die NPD

Kassel. "Nazis raus, Nazis raus": Lautstark haben hunderte Menschen auf dem Königsplatz gegen die NPD demonstriert. Der Protest richtete sich gegen die nationalistische Partei und ihre Kundgebung. Mit Pfiffen und Vuvuzelas übertönten sie die NPD-Vertreter, die mit Partei-Lkw angerückt waren.

Den wenigen NPD-Vertreter standen mehrere hundert Gegendemonstranten und ihrem Pfeifkonzert gegenüber. "Wir haben Euch was mitgebracht - Bass, Bass, Bass", tönte es aus den Lautsprechern. Außerdem flog ein Joghurtbecher in Richtung NPD. "Wir dürfen es nicht zulassen, dass wir unserer Heimat beraubt werden", so unterdessen die Parole eines NPD-Redners. Auch Udo Pastörs ergriff das Wort. Sympathisanten wurden auf dem Königsplatz nicht gesehen.

Gegen 12.30 Uhr baute die NPD ihre Lautsprecheranlage wieder ab. Anschließend fuhr der Partei-Lkw unter dem Applaus der Gegendemonstranten davon. Diese hatten zuvor keine Gelegenheit unversucht gelassen, die Kundgebung zu stören. Laut Polizei wurden insgesamt fünf Demonstranten festgenommen: Einer von ihnen habe den Lkw der NPD beschädigt, ein anderer habe sich gegen das Eingreifen der Polizei gewehrt.  

Die Kundgebung sollte ursprünglich bereits um zehn Uhr stattfinden, allerdings kam es zu erheblichen Verzögerungen. Wie schon in Bad Hersfeld erschien der NPD-Lkw mit großer Verspätung. Danach blockierten einige Gegendemonstranten den weiteren Weg des Fahrzeugs. Erst mit mehr als eineinhalbstündiger Verspätung konnte die Kundgebung schließlich beginnen.

Zuletzt aktualisiert um 13.40 Uhr.

"Gegen rechts, gegen die NPD muss man sich äußern und Flagge zeigen", sagte eine Demonstrantin Radio-HNA-Reporter Daniel Ebert am Montagmorgen. Es sei ebenso erfreulich, dass insbesondere die Jugend hier sei. "Wir wollen lautstark deutlich machen, dass für Rechte kein Platz in dieser Stadt ist", sagte auch Bürgermeister Kaiser, der als Privatmann anwesend war. Auch Oberbürgermeister Bertram Hilgen war mit Trillerpfeife am Absperrzaun auf dem Königsplatz zu sehen.

Mindestens 15 Polizeifahrzeuge sind vom Königsplatz aus zu sehen, berichtete Radio-HNA-Reporter Ebert weiter. Das Polizeiaufgebot sei riesig. Um kurz nach neun Uhr sei der "erste Nazi" mit Schild vorbeigelaufen, sagte Ebert. Währenddessen seien mehrere Türkinnen an ihm vorbeigelaufen, was für Gelächter gegenüber des Demonstranten gesorgt habe.

Fotos: Gegendemo mit Pfiffen und Vuvuzelas

NPD in Kassel - Gegendemo mit Pfiffen und Vuvuzelas

Radio HNA: Bertram Hilgen zur NPD-Demo

Radio HNA: Schalte zur NPD-Demo

Um deutlich zu machen, dass die NPD-Ideologie in Kassel nicht willkommen ist, hatte ein breites Bündnis aus Parteien, Deutschem Gewerkschaftsbund, Kirchen und Religionsgemeinschaften und Verbänden zu der Gegendemonstration aufgerufen.

Der Protest gegen die NPD begann um neun Uhr auf dem unteren Teil des Königsplatzes - eine Stunde bevor sich die Rechtsextremen angekündigt haben. „Kein Platz für Nazis in Kassel: Wir sind am Montag früher da“, lautete das Motto der Gegenveranstaltung, die vom Kasseler Bündnis gegen Rechts angemeldet wurde.

Reinhold Weist, Referent von OB Bertram Hilgen, schrieb im Vorfeld in einer von den Kasseler Parteien, DGB, Kirchen und Ausländerbeirat unterzeichneten Mitteilung: „Wir werden zeigen, dass die NPD in der weltoffenen und toleranten Kulturstadt Kassel nicht erwünscht ist.“ Er kritisierte auch in Kassel aufgestellte Wahlplakate der NPD, die Sinti und Roma verächtlich machen.

Im August vorigen Jahres hatte die NPD schon einmal Station in Kassel gemacht. 400 Gegendemonstranten hatten die Kundgebung mit ihrem Lärm aber übertönt. (rpp/mli/rud)

Rubriklistenbild: © HNA/M. Wewetzer

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