Katholische Gemeinde St. Familia unterstützt Kinderkrankenhaus in der Westbank

Hilfe für Babys in Bethlehem

Hilfe für Kinder aus Palästina: Im Einzugsgebiet des Caritas Baby-Hospitals Bethlehem leben rund 300 000 Kinder – viele unter ärmlichsten Bedingungen. Foto: nh

Kassel. In wenigen Wochen feiern Christen in aller Welt Jesu Geburt. Ein Fest der Freude. 2010 Jahre nach Christi Geburt in Bethlehem leiden dort ungezählte Kinder aber bittere Not. Um diese zu lindern, sammelt die katholische Gemeinde St. Familia seit 15 Jahren Spenden für ein Kinderkrankenhaus in Bethlehem. Vor einigen Wochen hat Dechant Harald Fischer, Pfarrer an St. Familia, im Westjordanland 50 000 Euro aus Kassel übergeben. Davon sollen dringend benötigte medizinische Apparate angeschafft und soziale Hilfe für in Not geratene Familien geleistet werden, teilt Harald Fischer mit.

Die hohe Summe hat der „Freundeskreis Caritas Baby-Hospital“ an St. Familia in den vergangenen Monaten zusammengetragen. Nach Angaben Fischers sind in den vergangenen zehn Jahren mehr als 400 000 Euro vom Freundeskreis aus Kassel an das Kinderkrankenhaus geflossen, das sich zu 90 Prozent aus Spenden finanziert. Für die Behandlungen können die Eltern – wenn überhaupt – nur einen ganz geringen Betrag zahlen. Im Gebiet Westbank gibt es keine Krankenversicherung.

Das Baby-Hospital der Caritas mit 82 Betten ist das einzige Kinderkrankenhaus im palästinensischen Gebiet und behandelt jährlich mehrere Tausend Kinder stationär. Außerdem gibt es eine Ambulanz und eine aufsuchende Familienhilfe. Viele Menschen im Westjordanland – die meisten dort sind Moslems – lebten unter schlimmen Bedingungen, berichtet Fischer. Viele Häuser hätten keine Heizung, es mangele an Essen und Hygiene. Mehr als jeder Zweite in Bethlehem und Umgebung habe keine Arbeit. Gerade in den Flüchtlingslagern lebten Menschen unter ärmlichsten Verhältnissen.

Aber auch die Stimmung der Menschen habe sich verschlechtert, hat der Pfarrer beobachtet, der regelmäßig Israel und Palästina besucht – zuletzt mit Bischof Heinz Josef Algermissen und der Fuldaer Bistumsleitung. „Ich habe wie nie zuvor eine heftige Resignation und Kraftlosigkeit, insbesondere der palästinensischen Bevölkerung und gerade auch der Christen erleben müssen.“ Die Menschen rechneten in naher Zukunft mit einem Krieg Israels gegen den Iran, um den Staat daran zu hindern, zur Atommacht zu werden. Der Glaube an Frieden sei verloren gegangen. „Die Düsternis, die diese Menschen erleben, war erschreckend“, sagt Fischer. „Sie hat sich sogar auf uns Besucher im Land gelegt.“ (rud) www.kinderhilfe- bethlehem.de

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