Alle Arbeitsplätze bleiben bestehen

Diakonie: Hilfswerke Kassel und Hofgeismar-Wolfhagen wollen 2017 fusionieren

Bald für die ganze Region zuständig: Das Diakonische Werk Kassel - unser Bild zeigt die Verwaltung an der Hermannstraße - will sich mit dem Diakonischen Werk Hofgeismar-Wolfhagen zusammentun. Foto: Koch

Kassel. Ein gemeinsames Diakonisches Werk für die Region: Das ist das Ziel der vier evangelischen Kirchenkreise in Stadt und Landkreis Kassel.

Sie wollen die beiden bisher eigenständigen Diakonischen Werke Kassel sowie Hofgeismar-Wolfhagen zusammenführen. Die Fusion soll zum 1. Januar nächsten Jahres erfolgen – sofern bis dahin alle vier Synoden der beteiligten Kirchenkreise zugestimmt haben.

Ziel der Fusion sei es, die diakonische Arbeit in Stadt und Landkreis künftig aus einer Hand zu steuern. Auch für den Landkreis Kassel gebe es dann einen zentralen Ansprechpartner. Einsparungen stünden nicht im Vordergrund, betont Gerd Bechtel, Geschäftsführer des Diakonischen Werks Kassel und designierter Chef des geplanten gemeinsamen Diakonischen Werks. „Kein einziger Arbeitsplatz wird im Zuge der Fusion wegfallen“, verspricht er. Auch alle Angebote der beiden Diakonischen Werke sollen in der neuen Organisationsstruktur fortgeführt werden. Gleichwohl gelte es, im Blick zu halten, dass die kirchlichen Mittel künftig knapper werden. „In einer größeren Organisationsform bleiben wir auch in Zukunft handlungsfähig“, so Bechtel.

Beim Diakonischen Werk Kassel sind 160 hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigt. Bei der kleinen Schwester in Hofgeismar-Wolfhagen sind es 25. Alle sollen zu den bisherigen Konditionen übernommen werden. Unverändert sollen auch die bisherigen Arbeitsbereiche fortbestehen. Die beiden Diakonischen Werke unterhalten in Stadt und Landkreis zahlreiche Beratungsstellen, Treffpunkte und ambulante Hilfsangebote. Die Palette reicht von Sucht- und Schuldnerberatung über Erziehungshilfen, betreutes Wohnen und Wohnungslosenhilfe bis zu Kleiderkammern und dem Betrieb der Bahnhofsmission. „Die Angebote sollen auch künftig in der Fläche erhalten bleiben“, betont Kassels Dekanin Barbara Heinrich.

Die finanzielle Ausstattung des gemeinsamen Diakonischen Werks werde nach dem Zusammenschluss nicht beschnitten. Mehr als 1,5 Millionen Euro an kirchlichen Mitteln – von den Kirchenkreisen sowie der Landeskirche – fließen jährlich in die diakonische Arbeit. Der Jahresetat des Diakonischen Werks Kassel beträgt über sechs Millionen Euro, in Hofgeismar-Wolfhagen umfasst das Budget rund eine Million Euro.

Seit zwei Jahren vorbereitet

Seit zwei Jahren wird die Fusion von der Steuerungsgruppe der vier Kirchenkreise vorbereitet. Darin vertreten sind die Dekane, die Geschäftsführer der beiden Werke sowie die Mitarbeitervertretungen. Man habe sich von Anfang an um Transparenz bemüht, sagt Carmen Jelinek, Dekanin des Kirchenkreises Kaufungen. Die Beschäftigten seien nach allen Sitzungen über die Ergebnisse informiert worden. Geben die Synoden aller vier Kirchenkreise grünes Licht, hätte die Region Kassel ab 2017 das größte diakonische Werk im Bereich der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.

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