Solch einen Produktionstag noch nicht erlebt

HNA-Geschäftsführer Siedenbiedel zum Systemausfall: „Das Beste draus gemacht“

Serverraum der HNA: Geschäftsführer Herbert Siedenbiedel (rechts) und der Technische Leiter Reinald Grebe zeigen den „Maschinenraum“ der HNA. Dort hatte es am Montag technische Probleme gegeben, welche die Produktion der HNA und anderer Zeitungen des Ippen-Verlages erschwerten. Foto: Koch

Am Ende ist noch immer eine Zeitung erschienen – so lautet ein beliebter Spruch unter Kollegen, wenn die Zeit drängt. Gestern aber standen bei der HNA wegen eines Defekts alle Räder still.

Herr Siedenbiedel, der Montag hat mit seinen Systemproblemen alle HNA-Redaktionen auf Trab gehalten. Haben Sie so etwas schon einmal erlebt?

Herbert Siedenbiedel: Nein, in dieser Dramatik sicherlich noch nicht. Wir hatten am Montag einen Hardware-Fehler. Dieser hat sich um 15 Uhr in den Redaktionen bemerkbar gemacht und konnte erst am späten Abend behoben werden. Gegen 22 Uhr hatten die Redaktionen wieder Zugriff auf das System. Alle haben bis spät in die Nacht hinein gearbeitet, damit wir die Zeitung am Dienstag ausliefern konnten.

In den Ausgaben, die früh angedruckt wurden, gab es wegen der technischen Schwierigkeiten nur eine Notausgabe. Was sagen Sie zu dem Ergebnis? 

Siedenbiedel: Wir haben das Beste daraus gemacht. Vor allem, wenn man berücksichtigt, dass wir kurzfristig die Produktion zu dem befreundeten Verlag der Waldeckischen Landeszeitung verlagern mussten. Da konnten wir dann mit eingeschränkten Kapazitäten die Notausgaben produzieren. Die Zeit war zudem äußerst knapp. Das tut uns für den Leser sehr leid. Immerhin konnten wir für den Standort Kassel eine normale Ausgabe ausliefern.

Wie viele Leser waren am Ende von der eingeschränkten Produktion betroffen? 

Siedenbiedel: Rund ein Drittel der Leser hat die Notausgabe erhalten. Unsere Abonnenten haben das aber mit einer sehr hohen Toleranz aufgenommen. Das ist wirklich nicht selbstverständlich. Deshalb darf man an dieser Stelle auch mal den Lesern ein Danke sagen. Auch die Austräger haben toll reagiert. Schließlich haben sie erst später die Zeitungen erhalten und mussten deshalb ziemlich flexibel sein. Ganz besonders positiv ist auch, dass alle Mitarbeiter im Verlag und in den Redaktionen weit über Mitternacht hinaus alles gegeben haben, um den Schaden zu begrenzen.

Welche Lehren ziehen Sie aus diesem Vorfall? 

Siedenbiedel: Solche Probleme kommen nur sehr selten vor. Aber es hat sich gezeigt, dass wir über andere Notfallkonzepte nachdenken müssen, um im Ernstfall noch besser gewappnet zu sein. Da muss es weitere Sicherheitkonzepte geben, die wir umsetzen werden.

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