Kommentar zu Sturm 18-Verfahren

Erinnerungslücken und Angst: Über den Prozess gegen Neonazi Bernd T.

Mehrere Haftstrafen im Sturm-18-Prozess: Der Kasseler Neonazi wurde am Montag zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Warum das Verfahren kein leichtes war, kommentiert Ulrike Pflüger-Scherb.

Es war kein leichtes Verfahren für die Fünfte Strafkammer des Landgerichts. Mehrere Angeklagte, Opfer und Zeugen in dem Prozess rund um den Anführer des mittlerweile verbotenen Vereins Sturm 18 sind alkoholkrank. Das hatte zur Folge, dass die Zeugen bei ihren Aussagen mit Erinnerungslücken zu kämpfen hatten. Manchmal gewann man aber auch den Eindruck, dass die Männer und Frauen - aus Angst vor T. und seiner Gefolgschaft - sich an manche Gegebenheiten einfach nicht mehr erinnern wollten. Aus Furcht, wieder verprügelt zu werden.

Dass Schläge, Tritte und Menschenverachtung im Bier-Dunstkreis von Sturm 18 zur Tagesordnung gehörten, wurde in diesem Prozess deutlich. Es ist gut, dass die Strafkammer versucht hat, detailliert aufzuklären, welcher Angeklagte für welche der Taten zur Rechenschaft gezogen werden kann. Das ist auch ein richtiges Zeichen für die Opfer, ob nun aus der Trinkerszene oder nicht. Das Gericht hat ihnen gezeigt, dass es auch diese Menschen am Rand der Gesellschaft ernst nimmt. 

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