Beibehaltung des Namens wurde beschlossen

Kommentar zur Branner-Brücke: Debatte jäh beendet

Kassel. Der Magistrat hat einen Schlussstrich unter die Diskussion um die Karl-Branner-Brücke gesetzt. Im Magistrat wurde die Beibehaltung des Namens beschlossen. Ein Kommentar von Bastian Ludwig.

Der Oberbürgermeister und die SPD-Fraktion haben sich durchgesetzt: Die Karl-Branner-Brücke behält ihren Namen. Damit wird die SPD-Ikone trotz ihrer NS-Verstrickungen auch weiterhin geehrt. Der beschlossene Text für eine Erinnerungstafel ist bloß ein Feigenblatt. Zitiert werden dort nur jene Passagen aus der Studie über die NS-Zeit der ehemaligen Kasseler Oberbürgermeister, die Branner entlasten.

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Dabei finden sich in der Studie auch folgende Sätze: „Branner trug mit seiner volkswirtschaftlichen Doktorarbeit zur wissenschaftlich-theoretischen Begründung einer spezifischen nationalsozialistischen Steuerpolitik bei, zu deren Charakteristika und Zielsetzungen ein radikaler rassenideologisch bestimmter Antisemitismus gehörte.“ Solche Aussagen finden sich auf der Tafel nicht. Zugegeben: Unbedarfte Leser würden sich auch fragen, warum die Stadt eine solche Person ehrt.

Während der Magistrat das Thema offenbar vom Tisch haben wollte, dürfen sich die Ortsbeiräte vor den Kopf gestoßen fühlen. Eines ihrer wenigen Rechte ist es, Namen für Straßen und Bauwerke vorzuschlagen. Selbst über dieses setzt sich die Verwaltung nun hinweg. Dabei fühlen sich schon jetzt viele Stadtteilpolitiker machtlos.

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