Kommentar zum Aus für den Club Unten: Kulturkiller Bahn

Der Club Unten im Kasseler Kulturbahnhof muss zum 30. Juni schließen. Das ist ein herber Rückschlag für die junge Szene - und für die Stadt, die sich als Kuturmetropole definiert.

Ein Kommentar von HNA-Redakteur Matthias Lohr:

Das Aus für den Club Unten ist weit mehr als nur das Ende eines coolen Ladens für Konzerte und Partys. Es ist ein Symbol dafür, wie schwer es junge Kultur in Kassel hat. Die Kulturfabrik Salzmann gibt es nicht mehr. Die Batterie musste einem Neubau weichen. Und auch im Haus in der Nordstadt finden keine Konzerte mehr statt.     Wieso wundert man sich da eigentlich noch, wenn wie zuletzt Hunderte junger Demonstranten die Stadtverordnetensitzung stürmen, um auf ihre Interessen aufmerksam zu machen? Kassel versteht sich als Kulturhauptstadt, in der es die documenta und eine beeindruckende Museumsdichte gibt. Aber zur Kultur gehört nicht nur das Establishment.     

Die Stadt ist keineswegs untätig. Gerade hat sie einen Konzertsaal für den Schlachthof auf den Weg gebracht. Aber es gibt andere Kulturkiller – etwa die Bahn. Seit Jahren macht das Unternehmen der Caricatura das Leben schwer. Die Kündigung für das Unten ist nur schwer nachvollziehbar. Natürlich muss die Sicherheit des unweit des Clubs gelegenen Rettungszugs gewährleistet sein. Aber jemanden rauszuschmeißen, weil es Urinpfützen gibt, das stinkt dann doch zum Himmel.

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