Kindergärten sollen Werte vermitteln

Kommentar zur Diskussion über Weihnachten in Kitas: Schlecht beraten

Kassel. In einer Kasseler Kita wird kein Weihnachten gefeiert, die Stadt schlingert bei der Kommunikation im Zickzack. Ein Kommentar von Chefredakteur Horst Seidenfaden.

Der Sankt-Martinstag heißt wertneutral Lichterfest, die christlichen Feste verlieren zunehmend an Bedeutung, im Sara-Nußbaum-Haus hat Weihnachten keine Relevanz: In Kindertagesstätten sollen den Kindern eigentlich außerhalb ihrer familiären Bindungen Werte des Landes vermittelt werden, in dem diese jungen Menschen aufwachsen und leben werden.

Die Stadt Kassel sieht dazu offensichtlich keine Notwendigkeit, Dezernentin Anne Janz lebt die übliche grüne politische Toleranz, die sich gern über Befindlichkeiten breiter Mehrheiten hinwegsetzt: Nicht nur in Kitas, so zumindest der Ruf in der Branche, wird der Verzicht auf kulturelle Werte, was die christlichen Elemente betrifft, gern geduldet.

Das darf eigentlich nicht wahr sein. Aber Wahrheit ist aus städtischer Sicht ohnehin nicht die offene, ehrliche Auseinandersetzung mit Fakten, sondern das Pinseln eines Gemäldes, das die Welt so darstellt, wie man sie gern hätte.

Schlecht beraten von einer schlechten Pressestelle segelte Anne Janz folgerichtig am Freitag übers Meer, allerdings war, anders als bei normalen Segeltouren, erst am Ende des Tages der Kurs klar: Weihnachten wird gefeiert - aber bitte nur ein bisschen. Plätzchen backen, singen - und der Weihnachtsmann darf auch nicht kommen, denn nach grüner Vorstellung müsste dann mit Sicherheit auch die Weihnachtsfrau dabei sein.

Dies ist insgesamt eine völlig falsche Rücksichtnahme gegenüber Mitbürgern mit Migrationshistorie. Denn die haben in Wahrheit nichts von dieser Selbstverleugnung: Die städtischen Kitas vermitteln Werte, die so auf breiter Basis nicht zu akzeptieren sind. Dass die Stadt und ihre Jugenddezernentin dies sogar fördern - das raubt einem das Vertrauen in (rot-grüne) Politik.

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