Kommentar zu Flüchtlingslagern: Calden als Mahnung

Kassel. Der Flüchtlingsstrom nach Deutschland hat nachgelassen. Es ist daher logisch, dass das Land einige Aufnahmeeinrichtungen schließt, kommentiert Max Holscher.

Der Flüchtlingsstrom nach Deutschland hat zuletzt merklich nachgelassen, die eilig errichteten Unterkünfte sind nur noch dünn besetzt. Es ist daher logisch, dass das Land einige Einrichtungen schließen wird – wann auch immer das sein wird.

Daran wird auch der Einsatz der Ärzte und Psychologen des Arbeitskreises wohl nichts ändern. Ihre öffentliche Kritik gibt aber einen wichtigen Hinweis: Die frühe psychologische Betreuung vonseiten des Staates muss verbessert werden – insbesondere, wenn es künftig wirklich nur noch große Flüchtlingsunterkünfte geben sollte.

Schließlich hat die Massenunterkunft Calden mehrfach gezeigt, was passiert, wenn Menschen aufeinandertreffen, die Schlimmes durchlebt haben und plötzlich nur noch warten können. Das Lager wird zum Pulverfass, Alkohol und Drogen zur Flucht. Die Folgen sind bekannt: Schlägereien und allnächtliche Polizeieinsätze.

Auch wenn sich das Land Hessen nicht langfristig auf das bemerkenswerte Engagement wie der Ärzte und Psychologen verlassen sollte, braucht es vorerst dringend deren Unterstützung. Umso mehr wäre es ein Unding, wenn ihnen künftig wie in Gießen untersagt würde, die Flüchtlingsunterkünfte zu betreten und dort Menschen zu helfen.

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