Stiftung sucht ehrenamtliche Begleiter und ein möglichst großes Haus

HNA-Verleger unterstützt Flüchtlinge: Kasseler können mithelfen

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Stiftung hilft beim Ankommen in Deutschland: Regina Pötke, Vorstand der Roland Berger Stiftung, mit zwei jungen Flüchtlingen aus der Wohngruppe in Ingolstadt.

Kassel. Sie kommen aus Afghanistan, Syrien, Somalia oder Eritrea und haben eine monate-, wenn nicht gar jahrelange Flucht hinter sich. Ohne ihre Familie, ganz auf sich allein gestellt. Etwa 240 jugendliche Flüchtlinge leben derzeit in der Obhut der Stadt Kassel.

Die Stiftung des HNA-Verlegers Dr. Dirk Ippen will einigen von ihnen zusammen mit der Roland Berger Stiftung helfen, hier Fuß zu fassen und in der Mitte unserer Gesellschaft anzukommen.

Dazu soll - nach dem Beispiel eines im Mai in Ingolstadt gegründeten Projekts der Roland Berger Stiftung - eine Wohngruppe für zwölf unbegleitete minderjährige Flüchtlinge eingerichtet werden. Dafür sucht die Stiftung mit Hauptsitz in München noch ein geeignetes Haus in Kassel. Es sollte 400 Quadratmeter Platz bieten und gut an öffentliche Verkehrsmittel angebunden sein, sagt Stiftungsvorstand Regina Pötke. Wenn man schnell fündig wird und der Umbau der Immobilie bald starten könne, könnte die Wohngruppe schon im nächsten Sommer eröffnen, hofft sie.

In Ingolstadt habe man sehr gute Erfahrungen mit den Jugendlichen - dort sind es ausschließlich Jungen - gemacht. „Nach vier Wochen waren die Jungs in der Nachbarschaft voll akzeptiert“, berichtet sie. Auch in Kassel setze man auf eine frühzeitige Information und Einbindung des Umfelds. Die Jugendlichen würden rund um die Uhr von Sozialpädagogen betreut. Zum Förderprogramm für die Jugendlichen gehöre auch, ihnen einen ehrenamtlichen Mentor an die Seite zu stellen, der sie bei ihrem Weg begleitet. Freiwillige können sich melden und erhalten für ihre Tätigkeit eine entsprechende Fortbildung.

Der Kontakt mit den jugendlichen Flüchtlingen ermögliche auch einen neuen Blick auf die eigene Kultur, sagt Regina Pötke: So staunten die Jugendlichen etwa darüber, dass in Deutschland selbst Hunde an der roten Ampel stehen bleiben. Und dass manche Leute ohne Ziel Fahrradtouren machen.

Wer ein Haus anbieten oder anders helfen will: Roland Berger Stiftung, Claudia Piatzer, Tel. 089/95 44 526-23, E-Mail: claudia.piatzer@rolandbergerstiftung.org

Zur Person: Dr. Dirk Ippen

Dr. Dirk Ippen

Dr. Dirk Ippen (75) ist seit 2002 Verleger der HNA. Zu seiner Verlagsgruppe, der fünftgrößten in Deutschland, gehören unter anderem der Westfälische Anzeiger und der Münchner Merkur. Zu seinem 65. Geburtstag rief er die gemeinnützige Ippen-Stiftung ins Leben und stattete sie mit Kapital aus. Zweck ist die Stärkung von bürgerschaftlichem Engagement auf lokaler Ebene. Ein besonderes Anliegen ist der Stiftung auch die Integration von Ausländern in Deutschland. Ippen, studierter und promovierter Jurist, ist verheiratet und hat drei Adoptivkinder. Er lebt in der Nähe von München.

Stichwort: Roland Berger Stiftung

Die Roland Berger Stiftung wurde 2008 von dem Münchner Unternehmensberater Prof. Dr. hc. Roland Berger (*1937) gegründet und mit einem Stiftungskapital von 50 Mio. Euro aus seinem persönlichen Vermögen ausgestattet. Menschenwürde und Bildungsgerechtigkeit sind die beiden Hauptstiftungsziele.

Die Stiftung betreibt unter anderem das Deutsche Schülerstipendium, über das schon mehr als 700 begabte Schüler aus sozial benachteiligten Verhältnissen gefördert werden. Im Rahmen dieses Stipendiums hat die Stiftung auch ein Förderprogramm für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufgelegt. „Wir sehen es als eine gemeinnützige Einrichtung als unsere Pflicht und Verantwortung, diesen besonders verletzlichen und schutzwürdigen jungen Menschen bei uns eine neue Heimat zu geben, ihnen einen begabungsgerechten Schulabschluss zu ermöglichen und ihnen so die Wege zu einem eigenverantwortlichen Leben in unserem Land zu ebnen.“

www.rolandbergerstiftung.org

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