Hochschulwahlen erstmals im Sommer: Asta hofft auf höhere Beteiligung

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Zombie-Kampagne für mehr Wähler: Raphaela Becker (links) und Natalia Franz vom Asta präsentieren eins der beiden Plakate zur Hochschulwahl. Von Dienstag bis Donnerstag, 28. bis 30. Juni, sind die Wahllokale geöffnet.

Kassel. Der Sommer soll es bringen: Die Hochschulwahlen finden diesmal im Juni statt im Januar statt. Kommende Woche von Dienstag bis Donnerstag, 28. bis 30. Juni, sind Kassels Studenten aufgerufen, ihre Vertreter für die Hochschulgremien zu wählen.

Von dem neuen Termin im Sommersemester erhofft sich die Studierendenvertretung Asta eine höhere Wahlbeteiligung. Bei der letzten Januar-Wahl im vorigen Jahr waren lediglich 13,8 Prozent der Studenten an die Urne gegangen. Seit 2012 befindet sich die studentische Wahlbeteiligung im Sinkflug. Bis dahin galt eine Hürde von 25 Prozent. Wurde diese nicht erreicht, drohten finanzielle Kürzungen für die studentische Selbstverwaltung.

Der Asta hofft, dass sich jetzt im Sommer - anders als bei Kälte und schlechtem Wetter im Winter - mehr Studenten mobilsieren lassen. „Unser Ziel ist, auch ohne die Drohkulisse wieder 25 Prozent Wahlbeteiligung zu erreichen“, sagt Asta-Vorsitzende Natalia Franz von der Juso-Hochschulgruppe.

Insgesamt 22 905 Studierende sind wahlberechtigt. Das entspricht der Dimension der Stadt Bauantal bei der Kommunalwahl (mit dem Unterschied, dass dort jeder Zweite wählen ging). Professoren und Mitarbeiter sind erst nächstes Jahr wieder an die Urne gerufen, dann ebenfalls im Sommer.

Die geringe studentische Beteiligung bei dem Hochschulwahlen schwäche den Asta spürbar, sagt Vorsitzende Natalia Franz. „Unsere Anliegen werden häufig abgetan mit dem Hinweis, dass wir mit 13 Prozent ohnehin nicht legitimiert seien.“ Mit einer hohen Wahlbeteiligung im Rücken könne der Asta die studentischen Interessen mit mehr Nachdruck vertreten, sagt die 23-Jährige.

Die Einführung des vierten Prüfungsversuchs und die Abschaffung der Anwesenheitspflicht seien etwa Errungenschaften der Studierendenvertretung, für deren Erhalt man hart kämpfen müsse.

Die Asta-Kampagne zur Wahl steht diesmal unter dem Motto „The Voting Dead“ - in Anlehnung an die bekannte US-Serie „The Walking Dead“. Die Plakate mit Zombies an der Urne sollen einerseits als Hingucker dienen, sagt Öffentlichkeitsreferentin Raphaela Becker (Grüne). Zugleich spiele man darauf an, dass viele Studenten wie fremdgesteuert von einer Lehrveranstaltung zur nächsten taumelten. „Wir wollen zeigen, dass die Studis wählen gehen sollen für mehr studentische Freiräume und Mitbestimmung.“

Die Wahllokale - an jedem Uni-Standort gibt es eins - sind Dienstag bis Donnerstag von 9.30 bis 15 Uhr geöffnet. Auch auf dem zentralen Campus am Holländischen Platz wird diesmal lediglich ein Wahllokal eingerichtet, im Foyer des Campus Centers. Bisher konnten die Studenten unter anderem auch in der Mensa ihre Stimme abgeben. 

Hintergrund: Das wählen die Studenten

Studierendenparlament (StuPa): Es gibt 25 Sitze, um die sich zehn Listen bewerben (siehe rechts). Die studentischen Abgeordneten entscheiden z. B. über den Haushalt der Studierendenschaft und Kulturfragen. Das StuPa wählt den Asta (Allgemeiner Studierendenausschuss). Dieser ist quasi die studentische Regierung.

Senat: Der Senat ist das höchste gewählte Gremium der Uni. Drei der 17 Sitze stehen den Studenten zu. Dafür treten sechs studentische Listen an.

Fachbereichsrat (FBR): Er entscheidet über Leitlinien des Fachbereichs. Abgestimmt wird über Prüfungsordnungen und Professoren-Berufungen, die Beschlüsse gehen dann an den Senat. In den Fachbereichsräten sitzen Profs, Studenten, wissenschaftliche und administrativ-technische Mitarbeiter.

Fachschaftsrat (FSR): Bis zu zwölf Studenten vertreten die studentischen Interessen im Fachbereich. Sie organisieren außerdem eine studentische Studienberatung, die Erstsemestereinführung und Partys. 

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