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Sie fragen, HNA-Chefredakteur Horst Seidenfaden antwortet

HNA-Chefredakteur Horst Seidenfaden

Kassel. Sie wollten schon immer einmal wissen, wie ein typischer Tag in der HNA-Redaktion aussieht? Es interessiert Sie, wie Themen gefunden und recherchiert werden? Dann fragen Sie!

Anregungen, Kritik, Fragen - was immer Sie auf dem Herzen haben, schreiben Sie uns eine E-Mail an online@hna.de- wir leiten diese an Horst Seidenfaden weiter. Er steht Ihnen Rede und Antwort.

Fragen und Antworten

Hans Faber bemerkte folgendes:

1945 erstmals als "Hessische Nachrichten" erschienen, blickt die HNA inzwischen auf eine lange Geschichte zurück. Doch die Gründung dieser Zeitung war damals kein Urknall; hinter einem solchen Ereignis stehen immer Menschen, die auch vorher tätig waren. Menschen mit einer eigenen Geschichte. Und damit komme ich auf ein recht sensibles Thema zu sprechen. Sowohl was die Gründer der HN - einschließlich des späteren HNA-Herausgebers Paul Dierichs - als auch ihre Journalisten anbelangt, findet sich nichts Schriftliches darüber, ob und inwiefern dieser Personenkreis in den Nationalsozialismus verstrickt war. Es liegt aber in der Natur der Sache, dass es hier eine personelle Kontinuität von der Zeit des Dritten Reichs in die Nachkriegszeit und die frühen Anfänge der Bundesrepublik geben haben muß.

Hier ist meines Erachtens ein wichtiges Forschungsfeld über unsere Regionalgeschichte zu erschließen. Wäre es nicht Aufgabe Ihres Zeitungshauses den entsprechenden Auftrag zu erteilen, diese Lücke zu schließen? Ich kann mir vorstellen, daß es vielleicht sehr unangenehm ist, wenn man als selbstbetroffene Institution an diesen Dingen rührt. Aber in einem anderen Fall - dem des renommierten Verlagshaus DuMont Schauberg - hat die Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit trotz schmerzvoller Erkenntnisse über den alten Patriarchen Kurt Neven DuMont nicht zum Untergang des Unternehmens geführt.

Horst Seidenfaden: Im Gegensatz zum Fall Neven DuMont/Schauberg, den Sie anführen, gibt es keinerlei konkrete Hinweise auf Verbindungen zu den heutigen Gesellschaftern gibt. Es ist ja bekannt, dass der Verlag Dierichs 2002 den Eigentümer wechselte und seitdem zur Ippen-Gruppe gehört. Die Vorläuferzeitungen der HNA waren ja ohnehin komplette Neugründungen ohne Vorgängerzeitungen vor oder während des Krieges. Sie entstanden durch die Lizenzerteilung durch die Alliierten.

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Dino Schubart wollte wissen:

In den vergangenen Ausgaben der HNA wurde beinahe täglich Werbung für Sex-Dienstleistungen gemacht. Dies geschah meistens unter Rubriken wie "Kontakte". Darf man als Leser daraus schließen, dass der Redaktion der HNA Werbeeinnahmen wichtiger sind als moralische/ethische Werte?

Ich hoffe, Ihnen ist bewusst, dass auch Minderjährige die HNA lesen.

Horst Seidenfaden: Ich finde, was ethisch-moralisch tragbar und erlaubt ist, hängt stark von der eigenen Betrachtung ab. Wir haben uns intern intensiv Gedanken um diese Anzeigen gemacht und sind er Ansicht, dass die Absicht zwar erkennbar, die Präsentation und die Wortwahl aber nicht anstößig ist. Wie gesagt, da kann man trefflich drüber diskutieren. Schauen Sie in andere Publikationen, da werden Sie Anzeigen dieser Art finden, die meine Toleranzgrenze weit überschreiten würden - insofern kann ich mit dem HNA-Modell gut leben.

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Kloogschieter (Nickname des Verfassers, die E-Mail-Adresse ist der Redaktion bekannt) wollte Folgendes wissen:

"Mich würde sehr ernsthaft interessieren, warum sich die deutsche Journalie so schwer damit tut, vermeintliche Tabuthemen aufzugreifen, gleich ob dies eine unkontrollierte Zuwanderung, Sonderrechte für Juden und Muslime, Ausländerkriminalität o.ä. betrifft. Ständig auf die 12jährige deutsche Geschichte hinzuweisen kann da ja wohl nicht zielführend sein, zumal dies heute keinen mündigen Bürger mehr hinter dem Ofen hervorlockt."

Horst Seidenfaden: Journaille bezeichnet in des Wortes Bedeutung eine hinterhältig-gemeine Art von Journalisten und Zeitungen. Da ich weder die HNA noch ihre Mitarbeiter dazu zählen kann, kann ich zu der Anmerkung auch nichts sagen.

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Kai Boeddinghaus stellte diese Frage:

Was ist da dran? http://www.bildblog.de/43907/niveau-ist-keine-hautcreme-5/. Mich kennen Sie ja, deswegen dürfte angesichts Ihrer Transparenzoffensive eine Beantwortung kein Problem sein. Die Fragen der BILDblog-Betreiber in diesem Kontext sind tatsächlich genau auch die meinen. Ich freue mich sehr auf Ihre Antwort und bedanke mich schon jetzt für Ihre Bemühungen.

Horst Seidenfaden: Hallo, Herr Boeddinghaus, zunächst eine kleine, aber für mich nicht unwichtige Korrektur: Ich kenne Sie nicht, ich weiß lediglich, wer Sie sind.

Die Fragen aus dem Bildblog sind ja einige Tage alt, schön, dass auch Sie mittlerweile drauf gestoßen sind. In der Tat haben wir in diesem Bereich unserer Website einen Fehler gemacht, den wir - aufmerksam geworden durch diesen Hinweis - mittlerweile korrigiert haben. Das ist meines Wissens auch den Bildblog-Machern durch unsere Online-Redaktion mitgeteilt worden. Wir achten künftig verstärkt auf die Trennung von kommerziellen und redaktionellen Inhalten. Da wir den Fehler ja zugegeben haben und unsere Lehren daraus ziehen, erübrigt sich auch die Beantwortung der Fragen. Ziel eines solchen Blogs sollte es ja sein, Dinge zu verbessern - das ist erfolgt.

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Dieter Reichel wollte wissen:

Sehr geehrter Herr Seidenfaden! Gehe ich recht in der Annahme, dass nach dem deutschen Pressegesetz bei veröffentlichten Fotos jeweils der Namen des Fotographen anzugeben ist?

Ich habe festgestellt, dass Fotos, die von Dritten (bspw. Vereine, Ortsbeiräten u.a.) zur Veröffentlichung eingereicht werden, lediglich neben der Bildunterschrift "Privat" enthalten. Früher hieß es "bf" bitte fragen oder "nh" nicht honorieren. Wenn wir im Ehrenamt auch kein Honorar für den Artikel oder das Foto erwarten, so sollte m.E. es in jedem Fall heißen "Foto: XY". Für eine Stellungnahme wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Horst Seidenfaden: Zunächst einmal: Es gib kein Deutsches Pressegesetz - das ist Ländersache. Wie auch immer: Es gilt die Regel, dass, wenn der Name des Fotografen bekannt ist, die Kennzeichnung "Foto: Müller/nh" lauten sollte. Bei eingesandten Texten und Fotos findet sich häufig kein Hinweis auf den Fotografen, da wir auch keinen großen administrativen Aufwand bei der Menge des Materials betreiben können, wird dann die Lösung "Foto: nh" gewählt. Das ist aus meiner Sicht okay. Sollte es vorkommen, dass der Name des Fotografen bekannt ist, selbiger aber nicht als Fotohinweis erscheint, dann ist das ein Fehler der Redaktion.

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Edgar Donath stellte diese Frage:

Warum wird Leuten, die offensichtlich nur ihre Befindlichkeiten in die Öffentlichkeit tragen wollen, in der HNA mit solchen Banalitäten, immer wieder einmal viel zu viel Platz eingeräumt? Siehe meinen Leserbrief vom 8. Januar.

Horst Seidenfaden: Finden Sie nicht, dass auch ein Leserbriefschreiber seine Befindlichkeiten in die Öffentlichkeit trägt? Ich habe auch Skepsis, wenn es um die Probleme Einzelner geht, häufig sind richtige Querulanten dabei. In dem Fall ergab sich ein breites Thema, viel diskutiert im Netz, das offensichtlich große Betroffenheit auslöste. Ich kann daran nichts Banales erkennen.

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Lukas Kiepe wollte gern wissen:

Mehr im Blog von
Lukas Kiepe:

Lokalzeitungskritik

Der Redaktionsalltag ist sicherlich ab und zu von Hektik geprägt. Wie versucht die HNA-Redaktion hierbei mögliche Fehler zu vermeiden, bzw. zu korrigieren? Könnten Sie hier kurz den Prozess des Redigierens erläutern?

Horst Seidenfaden:Zunächst einmal ist jeder Redakteur für seinen Text oder den eines freien Mitarbeiters, den er bearbeitet, verantwortlich. Gegenlesen, Rechtschreibprogramm – alles eine Selbstverständlichkeit. Dazu kommt das Vier-Augen-Prinzip – ein Kollege schaut also ebenfalls über den Text. In vielen Bereichen haben wir zusätzlich ein Korrektorat, hinzu kommt eine abendliche Blattschau, bei der die Redaktionen komplett die ausgedruckten Seiten begutachten, Überschriften, Bildunterschriften lesen etc. Dass trotzdem Fehler veröffentlicht werden ist sicherlich kaum zu vermeiden. Manche entstehen beim Korrigieren selbst, andere dadurch, dass man (besonders bei Überschriften!) über Fehler hinweg liest, weil man weiß, wie der Text lauten soll. Wie auch immer: Im Idealfall ist das ein funktionierendes System.

Weiterhin fragte Lukas Kiepe:

Bei den Online-Artikeln können Leser die Beiträge meist direkt kommentieren. Nach welchen Kriterien werden diese freigeschaltet, bzw. gesperrt? Wie wird mit gemeldeten Kommentaren verfahren? Wer administriert eigentlich die Kommentarfunktion?

Horst Seidenfaden: Wir bekommen am Tag zwischen 800 und 1000, manchmal sogar mehr, Kommentare zu Online-Artikeln. Ein Kollege der Online-Redaktion schaut sich das an, alles, was in einer demokratischen Meinungs-Bandbreite liegt, wird auch veröffentlicht. Die Kommentarfunktion sperren wir zunehmend bei Ereignissen wie Unfällen – bei so tragischen Vorfällen gibt es einfach nichts Vernünftiges zu kommentieren.

Die dritte Frage von Lukas Kiepe lautet:

Wie sieht denn das Verhältnis von Inhalten aus, die auf Pressemitteilungen zurückgehen, im Vergleich zu Artikeln, deren Inhalte die Redaktion ohne PM erstellt. Hierzu auch die Frage zum Tagesthema (welches es häufig auf Seite 2 in der Kasseler-Ausgabe gibt). Wie wird dieses festgelegt? Gibt es da schon Tage vorher Ideen?

Horst Seidenfaden: Das genaue Verhältnis kann ich nicht sagen. Alle kleineren Meldungen, von Polizeimeldungen abgesehen, basieren in der Regel auf PM, alle größeren Geschichten auf eigenen Recherchen, Ideen, Wiedervorlagethemen, manchmal wird eine PM dazu ausgenutzt, umfassender zu recherchieren. Das ist nicht immer nötig. Die HNA vom Mittwoch bietet so ein Bespiel: Die PM von Dieter Beig zum Flughafen wird zwar veröffentlicht, nun wird das Thema aber erweitert und nachrecherchiert, hoffentlich weiterhin zu lesen. Der Aufmacher auf der Titelseite wird von der Lokalredaktion vorgeschlagen und mit der Chefredaktion besprochen, in über 90 Prozent der Fälle ist der Vorschlag dann auch das Titelthema Nummer eins.

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Jürgen Töllner merkte Folgendes an:

Schade, dass die HNA nicht überparteilich ist, siehe auch 1,5 Seiten "Lobeshymne Merkel" vor der Niedersachsenwahl und teilweise auf Bildzeitungsniveau agiert. Aber solange Sie Herr Seidenfaden die Fäden in der Hand halten, wird sich daran nichts ändern. Wegen fehlender Alternative bin ich noch HNA-Leser, aber nicht mehr lange.

Horst Seidenfaden: Die HNA war im vergangenen Jahr von der Abo-Entwicklung her die erfolgreichste Zeitung in Hessen. Unser Online-Auftritt hat bei den Besuchen noch einmal 15 Prozent zugelegt. Der Spitzenwert war 177.000 Visits am Tag. Mit anderen Worten: So falsch kann das Konzept nicht sein - dass dies nicht jedem passt, liegt in der Natur der Sache.

Auch Zeitungen sind Konsumprodukte und wenn sie so polarisieren, wie wir es vor allem in unseren Lokalteilen versuchen, gibt es auch manchen, dem die Suppe nicht schmeckt. Das ist übrigens Bestandteil des Konzepts. Ich kenne nur ein Print-Produkt, dass mit dem Konzept, everybody's darling zu sein, Erfolg hat: Die Asterix-Hefte. Wie auch immer - das Merkel-Interview als Lobeshymne zu bezeichnen halte ich schon für eine sehr grob gepixelte Betrachtung. Wenn eine Regionalzeitung wie die HNA zum ersten Mal in ihrer Geschichte die Chance hat, ein Exklusiv-Interview mit der Regierungschefin zu machen, dann muss man daraus keinen 60-Zeilen-Artikel machen.

Und was die grundsätzliche Beurteilung des Blattes betrifft: Die HNA gilt in der Branche in Deutschland als eine der führenden Zeitungen was Innovation, Leserorientierung, Interaktivität und Multimedialität betrifft. Aber bei manchen gilt der Prophet im eigenen Lande eben nichts. Natürlich können wir Ihre Kritikpunkte auch gern näher besprechen - wenn Sie wollen, rufen Sie mich einfach an.

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Marc Seidel machte folgende Anmerkung:

Weniger eine Frage, als zunächst ein angebrachtes und ehrliches Lob von mir und den vier Mitlesern aus meiner Familie.

Meine Familie und ich lesen mit großer Begeisterung Ihre HNA online und bei unseren beruflich bedingten Aufenthalten im asiatischen Ausland, ist Ihre Zeitung für mich die bestmögliche Informationsquelle um mit Meldungen und Nachrichten aus meiner Heimat versorgt zu sein.

Wir kommentieren auch bereits seit längeren Ihre Artikel online und haben daher auch anstelle einer Frage nur einen Verbesserungsvorschlag.

Da es ein Kommentarsystem für Nachrichteninhalte ist und keinesfalls ein öffentliches Diskussionsforum über Nachrichten sein sollte, würde ich Ihnen nahelegen diese bisherige Kommentartiefe (von bis zu 3 oder gar 4 Antworten auf einen Kommentar) gänzlich abzustellen oder

zumindest auf nur einen weiteren Beitrag minimieren.

Ein bei Ihnen online schreibender Kommentator kann und sollte weiterhin durch Ihre Moderation einen Beitrag leisten dürfen und sich zum Geschehen und den Meldungen äußern, aber ich würde hierzu keinerlei Diskussionen unter den Kommentatoren mehr zulassen. Die Kommentare würden hierdurch sicherlich viel sachlicher, wertiger und und um vieles freidfertiger in der Zukunft werden. Dies dient dem Lesevergnügen und wertet den Online-Auftritt Ihrer Zeitung immens auf!

Jens Nähler, Ressortleiter Online: Zunächst einmal vielen herzlichen Dank für Ihre lobenden Worte - das hören wir natürlich gern. Auch Ihr Verbesserungsvorschlag bzgl. unseres Kommentarsystems ist interessant. Das ist auf jeden Fall einen Versuch wert, wir werden das gleich einmal testen. Ich habe die Kommentartiefe mit sofortiger Wirkung auf einen Beitrag beschränkt.

Mit den besten Grüßen aus dem winterlich eingeschneiten Kassel nach Taiwan!

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Michael Eckhardt möchte wissen:

Meine Frage sollte wohl etwas kürzer formuliert werden, daher möcht ich sie wiederholen: Warum werden eigentlich die Anfänge des Nationalsozialismus in Kassel nur sehr verkürzt erwähnt? Als ich den in dem Text von Tucholsky "Krieg gleich Mord" las, daß der "Studien-Assessor Hein Herbers in Kassel ... Kummer mit seiner Schulbehörde" hatte, dachte ich mir: Nanu, jetzt lebst du schon über zwanzig Jahre in dieser Stadt, und hast nie etwas davon gehört oder gelesen. Darüber muß es doch Unterlagen geben? Gab es auch: in der Murhardschen Bibliothek wurde ich dann fündig. Dort erfuhr ich als erstes, daß ich eigentlich die "Kasseler Post" suchte. Auch die Rolle von Roland Freisler bleibt dann kaum noch verborgen.

Horst Seidenfaden: Ich kann Ihnen nicht so ganz zustimmen, die HNA hat immer sehr breitflächig über alle den Nationalsozialismus betreffende Themen aus Kassel und Umgebung berichtet - allerdings macht es Sinn, dies auch zu bestimmten Anlässen zu tun. Die Rolle Freislers wurde x-fach berichtet, wenn es neue Forschungsergebnisse gab - die HNA hat das präsentiert. Die Pogrome von 1938 - immer im November ein Thema. Der Mord an den italienischen Zwangsarbeitern - immer zum Jahrestag neu beleuchtet. In diesen Tagen jährt sich zum 70. Mal die Kapitulation der 6. Armee in Stalingrad - Generalfeldmarschall Paulus stammt aus Breitenau, hat in Kassel Abitur gemacht - Sie werden das ausführlich in der HNA finden. Also: Wir sind da meiner Ansicht nach dicht dran - aber wenn Sie Tipps haben für uns, so sind wir stets dankbar.

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Ninette (Nickname des Verfassers, die E-Mail-Adresse ist der Redaktion bekannt) wollte Folgendes wissen:

In Deutschland ist die Pressefreiheit in Art. 5 GG geregelt:

„Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt. Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre. Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.“

Es gibt eine Kommentarfunktion unter den Artikeln, die nicht nur das Kommentieren, sondern auch Diskussionen unter den Kommentierenden ermöglicht. Die sich bildende kommentierende Gemeinschaft sorgt für viele Clicks auf die Seite und macht sie für Werbeträger (und damit Einnahmen) attraktiv. Der Spaß am Kommentieren wandelt sich aber oftmals in Unverständnis oder gar Empörung, wenn Beiträge im virtuellen Mülleimer der Redaktion landen, und zwar nicht etwa weil sie beleidigend, diffamierend oder anderweitig nicht der Netiquette entsprechend formuliert wären, sondern weil sie offenbar nicht der Meinung des diensthabenden Redakteurs entsprechen. Ist mir und vielen anderen bereits so ergangen. Herr Nähler war einige Male so liebenswürdig die Kommentare nachträglich einzustellen. Offensichtlich wird also nach persönlichem Gusto zensiert. Bei manchen Themen wird die Kommentarfunktion von vornherein gesperrt, so dass ein Kommentieren ausgeschlossen ist.

Sehr geehrter Herr Seidenfaden, Warum wird der erste Satz des Artikel 5 unseres Grundgesetzes so oft ignoriert? Wenn ich - wie jeder andere Mensch auch - das Recht habe meine Meinung den Regeln der Netiquette entsprechend frei zu äußern: Warum wird dann der Kommentar vor Erscheinen gelöscht oder die Äußerung der Meinung durch Sperren der Kommentarfunktion behindert?

Übrigens sind die meisten Redakteure sehr nett (Herr Ditzel, Herr Berger, Frau Eull…) und nehmen sich selbst im größten Stress noch die Zeit nach verschollenen Kommentaren zu suchen. Ich möchte meine kleine Anklage keinesfalls auf alle beziehen. Aber mindestens Eine(r) scheint sich auf bestimmte Kommentatoren regelrecht eingeschossen zu haben. Und das sorgt nicht gerade für Begeisterung unter den Kommentierenden... Ich finde es auch gut, dass Sie sich mutig den Fragen und der Kritik stellen. Auch so erhält man Anregungen und bindet Leser ;) Respektvolle Grüße und einen schönen Tag.

Horst Seidenfaden: Danke für die ausführlichen Anmerkungen. Es ist nun mal so, dass in unserer Online-Redaktion Menschen arbeiten, die unterschiedliche Ansichten haben - wen wundert das? Bei über 800 Kommentaren zu Artikeln täglich ist das Lesen und Freigeben dieser Beiträge eine echte Herausforderung für jeden, der diesen Dienst übernimmt. Gecheckt werden müssen die Kommentare, weil sonst viel Übles und strafrechtlich Relevantes publiziert würde - und bei der Bewertung, was noch tragbar ist und was nicht, da gibt es natürlich Unterschiede in der individuellen Bewertung, da gibt es auch keinen bindenden Katalog an Vorgaben, das wäre auch bürokratischer Unfug.

Mein Tipp: Wenn ein Kommentar nicht erscheint und man meint, der sei auf der Bandbreite dessen anzusiedeln, was tolerierbar sein müsste - einfach Kontakt zur Online-Redaktion suchen. Und wenn mal die Kommentarfunktion gesperrt ist: Dies ist meistens bei Unfällen geschehen - das sind so tragische Geschichten, da muss man keine Kommentare zu schreiben, und wenn doch - dann geht das, das ist unsere Erfahrung, meistens schief.

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Franz Schmidt wollte wissen:

Hat es sich gelohnt, ständig für die sog. "Multikulturelle Gesellschaft" in der HNA Propaganda zu machen? Wieviele neue islamische, orientalische Abonnenten haben sie geworben? Wieviele solche Leser haben Sie?

Horst Seidenfaden: Die HNA ist vom Selbstverständnis und von ihren unternehmerischen Zielen her alles andere als ein Propagandablatt - das Wort "Propaganda" im Zusammenhang mit Medien zu gebrauchen verbietet sich mit Blick auf die deutsche Historie überhaupt grundsätzlich. Sollte ich aus der sprachlichen Vermengung in Ihrer Mail möglicherweise eine Grundhaltung erahnen können?

Ja, wir haben viele Abonnenten mit ausländischen Wurzeln. Wir machen da keine Erhebung, schon gar nicht was die religiöse Einstellung betrifft. Wie Sie wissen, ist die Frage, welchem Glauben man anhängt, Gottseidank im Gegensatz zu den Tagen, als Medien noch Propagandazwecken dienten, im Grundgesetz final geregelt - die Glaubensfreiheit ist im Artikel vier verankert. Allein in Kassel leben Menschen aus über 150 Nationen. Seien Sie sicher, dass es darunter nicht nur ungezählte Abonnenten gibt, sondern auch mindestens genauso viele User unserer Online-Angebote. Das empfinde ich als Bestätigung unseres Kurses: Wenn die HNA für alle attraktiv ist, dann ist sie ein modernes Medium.

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Thorsten Stein fragt Folgendes:

Sollte die HNA bei zeitgeschichtlichen Themen nicht sorgfältiger recherchieren? Die Einseitgikeit ist schon bemerkenswert, wenn Sie hier aber noch nicht einmal wissen, daß die 6. Armee in Stalingrad nicht kapituliert hat, was ist dann von ihrer sonstigen Berichterstattung zu halten?

Horst Seidenfaden: Sehr geehrter Herr Stein, was ist denn Ihrer Ansicht nach mit der 6. Armee passiert?

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Torsten Willner will wissen:

Lokalreporter müssen ja bekanntlich viel vor Ort unterwegs sein, möglichst ohne lange Parkplatzsuche. Wurde schon einmal daran gedacht, für die Redakteure - und natürlich auch sonstige Angestellte - der HNA Dienst-Fahrräder oder Dienst-Pedelecs anzuschaffen? Neuerdings sind sie den Dienstwagen ja steuerlich gleichgestellt (http://www.adfc.de/8768_1).

Horst Seidenfaden:

Sehr geehrter Herr Willner,

Danke für die Mail. Natürlich haben wir in diese Richtung schon einmal gedacht - das Ganze aber verworfen. Was in Kassel in Ausnahmefällen noch denkbar wäre - in unseren Außenredaktionen ist ein Dienstfahrrad nicht praktikabel. Wenn ein Redakteur mal kurz von Homberg nach Edermünde muss und zurück, Kameraausrüstung, Tablet etc. dabei für multimediale Abdeckung eines Themas - das würde alles zu lange dauern und wäre auch nicht zumutbar.

Auch in Kassel ist das auch mit Blick auf den Faktor Zeit nicht unproblematisch. Ein Fotograf beispielsweise hat x-Termine am Tag, kreuz und quer in der Stadt verteilt. Wir müssen absolut flexibel sein - und schnell. Ich fahre selbst viele tausend Kilometer Rad im Jahr und sage aus Überzeugung: Das Fahrrad ist in unserem Job kein Ersatz fürs Auto. Leider. Dennoch Danke für die Anregung.

Viele Grüße

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Dieter Kusche hat angemerkt:

Sehr geehrter Herr Seidenfaden, als Teilnehmer des Sebastiansschmauses muss ich fragen, für wie blöd hält denn Herr Hampe die Northeimer Schützen? Das leichtfertige Geschwätz des Herrn Vize-Landrates in dem Artikel beschädigt das Landleben doch viel mehr. Sie waren ja auch mal Redner dieser Veranstaltung. Herr Hampe soll sich z.B, mal die Oliver Welke heute-show im ZDF ansehen und was dort läuft. Meine Frage: Warum geben Sie Herrn Hampe die Möglichkeit und Ehre eines Artikels? Ein Leserbrief höchstens wäre doch angemessen gewesen, Mit freundlichen Grüßen Dieter Kusche

Horst Seidenfaden:

Sehr geehrter Herr Kusche,

Danke für Ihre Mail. Eins vorweg: Als Vize-Landrat ist Herr Hampe Mandatsträger und Briefe von solchen Personen können wir nicht als Leserbriefe veröffentlichen, da dieser Kreis andere Möglichkeiten hat, zu Wort zu kommen. Wenn es so ist, wie Sie sagen, dann sprechen doch die Aussagen für sich - ich rate in solchen Fällen zu Gelassenheit, solche Dinge erledigen sich von selbst. Viele Grüße

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