Wasserretter auf vier Pfoten

Hund Drako war bei Vermisstensuche an der Buga im Einsatz

Mit Hundeschwimmweste: Drako, ein Pyrenäenberghund-Mischling, fühlt sich im Wasser pudelwohl.

Kassel. Als Drako seine Schwimmweste angelegt bekommt, wird er unruhig. Sein lautes Bellen durchdringt die Stille der Buga-Aue.

„Der will arbeiten", erklärt Mike Laun die Aufregung seines vierbeinigen Partners. Drako ist ausgebildeter Wasserrettungshund. Zusammen mit seinem 44-jährigen Herrchen war er vorige Woche für die DRK-Wasserwacht im Einsatz, als nach dem verunglückten Schwimmer im Bugasee gesucht wurde.

Dabei bewies Drako Spürsinn: Unweit der Stelle, wo er angeschlagen hatte, wurde der Verunglückte einige Tage später gefunden. Wie berichtet, war die gezielte Suche nach dem untergegangenen Schwimmer an den dichten Unterwasserpflanzen gescheitert. Erst als der Leichnam später von allein nach oben trieb, konnte er geborgen werden.

Schwimmer im Schlepptau 

Als Spürhund im Wasser ist der zehn Jahre alte Mischling aus Pyrenäenberghund und Bernhardiner ein Naturtalent. Als Wasserrettungshund ist es eigentlich vor allem seine Aufgabe, den Rettungssschwimmer zu unterstützen. In seiner Schwimmweste paddelt der Vierbeiner hinter Mike Laun hinterher, wenn der in Not geratene Schwimmer aus dem Wasser holt. Bis zu zwei Menschen kann Laun im Rettungsgriff halten und in Sicherheit bringen: Denn der Hund übernimmt das Schwimmen und zieht das Gespann zurück an Land. Bis zu 300 Kilogramm kann der Rüde im Wasser schleppen, sagt Hundeführer Mike Laun, der hauptberuflich Feuerwehrmann in Kassel ist.

Unzertrennliches Team: Mike Laun von der Kasseler DRK-Wasserwacht mit seinem Hund Drako. Der ausgebildete Wasserrettungshund war bei der Suche nach dem verunglückten Buga-Schwimmer vorige Woche im Einsatz. Fotos: Rudolph

Auch die Vermisstensuche gehört zu Drakos Spezialgebiet. Schon von Klein auf wurde er von Laun dafür trainiert. Der Hund lernt dabei mit Leckerlis: Er muss einen versteckten Menschen suchen, wenn er es schafft und bellt, gibt es die Belohnung. „Für ihn ist das ganze Spaß“, erklärt Laun, der zusammen mit seiner Frau und drei Hunden in Landwehrhagen lebt. Auch wenn Drako ihn beim Joggen begleitet, erfährt der 44-Jährige manchmal mehr als im lieb ist. Denn wenn sich mal ein Wanderer hinter einem Gebüsch zurückgezogen hat, um sich zu erleichtern, entgeht Drako das nicht. „An seinem Verhalten kann ich erkennen, ob das Wild ist oder ob da Menschen sind“, sagt Laun.

Normalerweise können Hunde, die für die Suche nach Menschen ausgebildet sind, keine Leichen aufspüren, erklärt der Hundeführer. Denn einige Zeit nach dem Tod wird der menschliche Geruch vom Verwesungsgeruch überdeckt. Drako jedoch zeige ihm auch Tote an.

Das hat er auch im Juni auf der Ostseeinsel Usedom bewiesen. Seit einigen Jahren unterstützen die Ehrenamtlichen des DRK aus Kassel in ihren Sommerferien die Kollegen der dortigen Wasserwacht. Bei einer Patrouillenfahrt zwischen den Seebrücken in Ahlbeck und Heringsdorf verließ Drako plötzlich seinen regulären Posten am Bug des Boots. Er begann zu „erzählen“, wie Laun es nennt, und heftig zu bellen. Bei genaueren Nachsehen entdeckten die Wasserretter dann den Leichnam eines jungen Mannes in etwa 50 Meter Entfernung.

Natürlich sei es schöner, wenn man Menschen lebend aus den Fluten retten zu können, sagt Laun. Aber auch einen Leichnam zu finden, bedeute, Menschen zu helfen. Angehörige seien oft dankbar, weil sie erst dann Abschied nehmen können.

Imago
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... was ein toller Hund .... :-)

Kommentare

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