Überblick über die Änderungen auf allen Linien

ICE-Streckensperrung: Pro Bahn befürchtet Chaos

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Laut Bahn Zugangebot vergleichbar mit normalem Fahrplan: Pro Bahn erwartet in der Region besonders Probleme auf den Nahverkehrsstrecken.

Kassel/Göttingen. Die Deutsche Bahn hat am Freitag wie erwartet die Fahrpläne freigeschaltet, die während der Sperrung der ICE-Strecke Hannover - Göttingen - Kassel ab Samstag, 23. April, gelten.

Dabei gibt es neben den bereits gemeldeten Verschiebungen weitere Auffälligkeiten, die zum Nachteil der Fahrgäste sind.

So moniert der Fahrgastverband Pro Bahn, dass auch die Triebwagen, die alle zwei Stunden den Knoten Göttingen mit Mühlhausen, Erfurt, Weimar und Jena verbinden, betroffen sein werden. Sie werden in Eichenberg gekappt.

Die Folge: Fahrgäste nach und von Göttingen müssen in einen Bus umsteigen, der knapp 20 Minuten länger braucht. „Damit“, so Michael Reinboth von Pro Bahn Südniedersachsen, „ist auch diese Verbindung für zwei Wochen mausetot.“

Metronom (Göttingen - Uelzen), Cantus (Göttingen - Kassel) und Abellio (Halle - Münden - Kassel) können zumindest laut Fahrplan unbehelligt fahren. Aber Pro Bahn befürchtet auch bei diesen Zügen Probleme: „In der Praxis bleibt abzuwarten, ob sie unbehelligt bleiben, denn die verspätungsanfälligen ICE werden mit außerplanmäßigen Überholungen für Verspätungen sorgen.“

„Während sich die Landespolitik einiges auf zusätzliche Messe-ICE zugutehält, werden die Kunden des Nahverkehrs im Landessüden ohne Rücksicht auf Verluste an die Seite geschoben - ohne dass die Deutsche Bahn hier offenbar irgendeine Form des Protestes der öffentlichen Aufgabenträger befürchten muss“, ist der Pro-Bahn-Regionalvorsitzende Michael Reinboth sauer.

„Es wird schlimmer“

Denn es wird seiner Meinung nach noch wesentlich schlimmer kommen: Anders als bei lange geplanten Bauarbeiten sei der Schienenersatzverkehr (SEV) per Bus dieses Mal hastig vorbereitet worden. Und: Da keine Ferien sind, stünden keine Fahrzeugreserven zur Verfügung. „Wir befürchten daher, dass im Schienenersatzverkehr zumindest in den ersten Tagen das blanke Chaos regiert und schlecht eingewiesene Fahrer Haltestellen nicht finden und zu früh oder zu spät abfahren.“

Laut Bahn werden die Auswirkungen für die Kunden so gering wie möglich gehalten und im Fernverkehr während der zweiwöchigen Sperrung über 90 Prozent der planmäßigen Kapazitäten angeboten.

Auch die im Zeitraum vom 25. bis 29. April stattfindende Hannover Messe werde während der Baumaßnahmen stündlich mindestens zweimal je Richtung mit umsteigefreien ICE-Direktverbindungen aus Hamburg bzw. Süddeutschland erreichbar sein.

Dies entspricht laut Bahn ungefähr dem bisher geplanten Zugangebot. Auf der Nord-Süd-Achse kommt es jedoch zu Fahrzeitverlängerungen von bis zu 60 Minuten. Reisende aus Berlin sowie aus Nordrhein-Westfalen sind nicht von Reisezeitverlängerungen und Zugausfällen betroffen.

Während der Hannover Messe werden vier zusätzliche ICE Sprinter pro Tag auf der Strecke Frankfurt Flughafen -Frankfurt Süd - Hannover Messe / Laatzen angeboten.

Die vier zusätzlichen ICE Sprinter haben eine Fahrzeit von rund drei Stunden und ermöglichen damit gegenüber dem Regelangebot um 20 bis 30 Minuten kürzere Reisezeiten, heißt es.

Regelungen zur Erstattung

Es gelten folgende Regelungen zu Umtausch und Erstattung von Tickets: Für die bisher gekauften Sparpreistickets wird die Zugbindung aufgehoben. Bereits erworbene Flex- und Sparpreistickets sowie Reservierungen werden kostenlos erstattet. Bitte wenden Sie sich mit Angabe der Auftragsnummer an fahrkartenservice@bahn.de Kunden mit einer ICE- oder IC-Zeitkarte im Abo erhalten eine Teilerstattung. Zeitkarteninhaber mit IC-Berechtigung können zudem ohne Aufpreis die ICE-Züge nutzen. Betroffene Kunden mit einer BahnCard 100 werden gebeten, sich beim BahnCard-Service zu melden. Zusätzlich kommen die üblichen Fahrgastrechte zur Anwendung.

Überblick über die Fahrplanänderungen:

ICE Sprinter Linie 3 (Berlin - Frankfurt - Stuttgart - München), 60 Minuten spätere Ankunft in Berlin aus Richtung Süden, 60 Minuten frühere Abfahrt in Berlin in Richtung Süden, verkehrt mit zusätzlichen Zwischenhalten in Erfurt, Fulda

ICE Sprinter Linie 4 (Hamburg - Hannover - Frankfurt), 60 Minuten spätere Ankunft in Hamburg aus Richtung Süden, 60 Minuten frühere Abfahrt in Hamburg in Richtung Süden, verkehrt mit zusätzlichen Zwischenhalten in Göttingen und Kassel

ICE Linie 10 (Berlin - Hannover - NRW), neu mit zusätzlichem, stündlichem Halt in Wolfsburg

ICE Linie 11 (Berlin - Braunschweig - Frankfurt - Stuttgart - München), 30 Minuten spätere Ankunft in Berlin aus Richtung Süden, 30 Minuten frühere Abfahrt in Berlin in Richtung Süden, verkehrt mit zusätzlichem Zwischenhalt in Berlin Gesundbrunnen, Berlin Südkreuz, Erfurt, Entfall der Halte Berlin Ostbahnhof, Berlin Spandau, Braunschweig, Hildesheim, Göttingen und Kassel

ICE Linie 12 (Berlin - Braunschweig - Frankfurt - Basel - Interlaken), 60 Minuten spätere Ankunft in Berlin aus Richtung Süden, 60 Minuten frühere Abfahrt in Berlin in Richtung Süden

ICE Sprinter Linie 15 (Stralsund - Berlin - Erfurt - Frankfurt), verkehrt vorübergehend alle zwei Stunden und damit häufiger als bisher

ICE Linie 20 (Kiel - Hamburg - Hannover - Frankfurt - Basel - Zürich - Chur), 60 Minuten spätere Ankunft in Hamburg aus Richtung Süden, 60 Minuten frühere Abfahrt in Hamburg in Richtung Süden

ICE Linie 22 (Kiel - Hamburg - Hannover - Frankfurt - Stuttgart), 60 Minuten spätere Ankunft in Hamburg aus Richtung Süden, 60 Minuten frühere Abfahrt in Hamburg in Richtung Süden

ICE Linie 25 (Hamburg-/Bremen- Hannover - Würzburg - München), 60 Minuten spätere Ankunft in Hamburg aus Richtung Süden, 60 Minuten frühere Abfahrt in Hamburg in Richtung Süden, ausgewählte Fahrten verkehren mit verringerter Kapazität, die Züge auf dem Abschnitt Bremen – Hannover verkehren als IC Shuttle zu den gewohnten Abfahrtszeiten mit Anschluss von/nach München, Reisende zwischen Bremen und Süddeutschland steigen in Hannover um

IC Linie 26 (Stralsund - Hamburg - Hannover - Kassel - Gießen - Frankfurt - Heidelberg - Karlsruhe), entfällt zwischen Hannover und Kassel, Einzelzüge, u. a. im Berufsverkehr (Göttingen - Hannover), verkehren auch zwischen Hannover und Kassel.

Das sind die Auswirkungen auf den Regionalverkehr

• Göttingen-Heiligenstadt-Erfurt: Die RegionalExpress-Züge, die im Zwei-Stunden-Takt zwischen Erfurt und Göttingen pendeln, enden beziehungsweise beginnen in Eichenberg. Zwischen Göttingen und Eichenberg wird ein Ersatzverkehr per Bus eingerichtet

• Göttingen-Kreiensen-Goslar: Die RegionalBahnen (Zwei-Stunden-Takt) zwischen Göttingen und Kreiensen fallen aus. Die roten Bahnen pendeln zwischen Kreiensen und Goslar. Zwischen Göttingen und Kreiensen muss der Metronom genutzt werden (Umsteigen in Kreiensen).

• Göttingen-Northeim-Nordhausen: Die RegionalBahnen (Stundentakt) zwischen Göttingen und Northeim entfallen. Die roten Bahnen pendeln zwischen Northeim und Nordhausen. Zwischen Göttingen und Northeim wird ein Schienenersatzverkehr per Bus eingerichtet.


Planmäßig sollen folgende Regionalverbindungen bedient werden:

• Metronom: Die Metronom-Züge zwischen Göttingen und Hannover/Uelzen verkehren planmäßig.

• Cantus: Die Cantus-Züge (Göttingen-Kassel sowie Göttingen-Eschwege-Bebra) fahren ebenfalls planmäßig.

•  Kassel-Wilhelmshöhe-Hann. Münden-Heiligenstadt-Halle: Diese zweistündige RegionalExpress-Linie, die von Abellio betrieben wird, soll planmäßig verkehren.

 Kassel-Wilhelmshöhe-Hann. Münden-Heiligenstadt-Erfurt: Diese zweistündige RegionalExpress-Linie der Bahn soll ebenfalls planmäßig fahren.

Weitere Infos gibt es auf der Website der Bahn.

Einen Ersatzfahrplan gibt es hier

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