Immer mehr Einsätze - Belegschaft soll aufgestockt werden

Wird die Feuerwehr zum Notfall? Kasseler Rettern fehlt Personal

Kassel. Von Notfall bis Krankentransport: Wegen der stetig gestiegenen und im Rettungsdienst drastisch nach oben geschnellten Einsatzzahlen fehlt der Berufsfeuerwehr Personal.

Die rund 200 Feuerwehrbeamten reichen nicht mehr aus, um alle Aufgaben wahrzunehmen.

Im Jahr 2015 wurden in Stadt und Kreis Kassel 51 172 Notfallversorgungen und 30.896 Krankentransporte gezählt. Im Rettungsdienst haben sich die Einsatzzahlen seit 2010 um rund 29 Prozent erhöht, berichtet Stadt-Sprecher Sascha Stiebing. Damit die Feuerwehr nicht selbst zum Notfall wird, soll die Belegschaft nun aufgestockt werden. So sieht für 2017 der städtische Haushaltsentwurf 30 neue Stellen für die Wehr vor. Das sind mehr als ein Drittel der insgesamt 86 zusätzlichen Jobs im Stellenplan, über den die Stadtverordneten demnächst in den Etatberatungen zu entscheiden haben.

Nach Angaben der Stadt ist die Hälfte der 30 neuen Stellen für die Feuerwehr für Rettungsassistenten im Bereich Rettungsdienst vorgesehen. Dies sei erforderlich, um die Vorhaltezeit der Rettungswagen erhöhen und ein zusätzliches Notarzt-Einsatzfahrzeug besetzen zu können, erklärt Stiebing. Beides diene der Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfrist.

Die Hilfsfrist definiert jene Zeit, die maximal vom Eingang eines Notrufs bis zum Eintreffen der Hilfskräfte am Einsatzort vergehen darf. Danach müssen binnen zehn Minuten 90 Prozent aller Einsätze ihren Zielort erreicht haben. Wie berichtet, wurde zuletzt die Zehn-Minuten-Hilfsfrist im gemeinsamen Rettungsdienstbereich von Stadt und Kreis Kassel nur in 81,8 Prozent der Fälle erreicht.

Probleme bereitet der Feuerwehr der Anstieg der Krankentransporte. Die Erfahrung zeigt, dass bei Beschwerden immer öfter der Krankenwagen alarmiert wird, weil der (vertretende) Arzt nicht oder nicht schnell genug erreichbar ist.

86 Stellen im Etat-Entwurf

Der Stellenplan im Haushaltsentwurf für das Jahr 2017 der Stadt Kassel weist insgesamt 2665 Stellen aus. Das sind 86 mehr als im Vorjahr (2579). Die geplanten neuen Stellen verteilen sich auf diese Ämter:

Personal- und Organisationsamt: drei Stellen

Ordnungsamt: zwei Stellen

• Bürgeramt: elf Stellen

Feuerwehr: 30 Stellen

Sozialamt: neun Stellen

Jugendamt: 22 Stellen

Gesundheitsamt: fünf Stellen

Jobcenter: drei Stellen

Amt für Hochbau- und Gebäudebewirtschaftung: sechs Stellen

Von den 2665 Stellen bei der Stadt Kassel entfallen 949 (Vorjahr: 911) auf Beamte, 1191 auf Angestellten (1160) und 525 auf Angestellte im Sozial- und Erziehungsdienst (508). Laut Stadt führen 85 der 86 neuen Stellen zu keiner wesentlichen Erhöhung des Etats, da das Personal bereits vorhanden sei oder die Stellen ganz oder überwiegend gegenfinanziert seien. Über den Haushaltsentwurf für 2017 – und damit über den Stellenplan – wird die Kasseler Stadtverordnetenversammlung noch beraten. Die Beschlussfassung ist in der Dezember-Sitzung vorgesehen.

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.