Zahlen steigen stark an

Immer mehr Flüchtlinge in der Region leben von Hartz IV

Kassel. Immer mehr Hartz-IV–Empfänger in unserer Region haben einen ausländischen Pass. Inzwischen stammt jeder vierte Empfänger, der vom Arbeitslosengeld II lebt, aus dem Ausland.

In der Stadt Kassel ist es sogar jeder Dritte. Darunter sind immer mehr Flüchtlinge. Sie können Hartz IV beantragen, wenn sie Asyl bekommen haben und keinen Job finden.

Laut Arbeitsagentur Kassel ist die Zahl der Leistungsbezieher aus Haupt-Flüchtlingsländern stark gestiegen. Bei Syrern hat sich diese Zahl in der Stadt Kassel in einem Jahr von April 2015 (346) bis April 2016 (1099) annähernd verdreifacht.

Aktualisiert um 18.54 Uhr

Bundesweit waren laut Arbeitsagentur im Mai 2016 mehr als 1,5 Millionen Ausländer auf Hartz IV angewiesen. Das sind 12,4 Prozentmehr als noch vor einem Jahr. Während die Zahl deutscher Hartz-IV-Bezieher sinkt (im Mai waren es 4,4 Millionen), steigen vor allem die Zahlen von syrischen und eritreischen Flüchtlingen, die Geld von den Jobcentern bekommen.

Auch die Ost-Zuwanderung nimmt laut Bundesagentur zu: Einen Anstieg gebe es vor allem bei Bulgaren und Rumänen. Das lässt sich auch in Kassel ablesen, wo viele Bulgaren leben. Die Zahl bulgarischer Hartz-IV-Bezieher stieg in einem Jahr von 799 auf 1112 Personen.

In der Stadt ist die Zahl der Ausländer, die von Hartz IV leben, in einem Jahr von 6719 auf 7476 Menschen gestiegen. Rund doppelt soviele Deutsche (14 489) bekommen die Grundsicherung. Im Landkreis Kassel stieg die Zahl der ausländischen Hartz IV-Empfänger von 1976 (April 2015) auf 2208 im April 2016. Rund dreimal soviele Deutsche (8415) im Kreis bekommen Geld vom Jobcenter.

„Mit einem stärkeren Einfluss geflüchteter Menschen auf die Arbeitslosigkeit ist in der zweiten Jahreshälfte 2016 zu rechnen“, sagt Silke Sennhenn, Sprecherin der Kasseler Arbeitsagentur. Grund sind schnellere Asylverfahren.

Hintergrund: Türken und Syrer an der Spitze

Im Bereich der Arbeitsagentur Kassel (Stadt und Landkreis Kassel sowie Werra-Meißner-Kreis) bekommen aktuell rund 10.600 Ausländer Hartz IV. Das sind 2000 Menschen mehr als vor zwei Jahren. Die Zahl der deutschen Hartz IV-Empfänger ist in den vergangenen zwei Jahren deutlich gesunken: Von 30.500 auf aktuell 28.300 Personen. Die größte Gruppe der Ausländer, die von Hartz IV leben, sind derzeit annähernd 2000 Türken, gefolgt von 1800 Menschen aus Syrien. 1300 Bulgaren, 470 Polen und ebenfalls 470 Menschen aus Afghanistan bekommen Hartz IV, 460 Somalier, 360 Menschen aus Eritrea und ebenfalls 360 Italiener.

 

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Rubriklistenbild: © dpa

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