In der Lückert-Schule

Immer mehr Kinder: Stadt Kassel plant neue Grundschule

Kassel. In Kassel steigt die Zahl der Schulkinder deutlich an. Insbesondere bei Grundschulen gibt es einen Zuwachs. Das bringt Veränderungen in der Schullandschaft mit sich.

Durch mehr Geburten und Zuzug - auch von Flüchtlingsfamilien - wird sich nach Schätzungen des Schulverwaltungsamts die Zahl der Grundschüler in Kassel von 6207 in den nächsten fünf Jahren um 250 erhöhen. Noch bis vor fünf Jahren war sie rapide bis auf 6000 gefallen. Jetzt hat sich allein die Zahl der in staatliche Schulen eingeschulten Kinder seit 2015 um 40 Kinder auf 1550 in diesem Schuljahr erhöht.

Das hat Veränderungen in der Schullandschaft zur Folge. Im städtischen Schulverwaltungsamt wird über neue Raumnutzungskonzepte von Schulgebäuden sowie veränderte Grundschulbezirke nachgedacht.

So soll eine neue Grundschule im Gebäude der Sprachheilschule Wilhelm-Lückert-Schule an der Gräfestraße (Wehlheiden) entstehen. Da sich die Lückert-Schule zwischen Königstor- und Auefeldschule befindet, würden sich die Bezirke dieser beiden Schulen verkleinern.

Die Auefeldschule in der Südstadt hat bereits zu wenig Platz. Zurzeit wird sie von 234 Schülern besucht, 30 mehr als vor fünf Jahren. Nach den Prognosen wird die Schülerzahl weiter steigen. Sowohl künftige Baugebiete als auch die Belegung der Flüchtlingsunterkünfte Jägerkaserne und Klinik Park Schönfeld in der Nachbarschaft der Schule sorgen für mehr Schüler. „Wir denken über eine bauliche Erweiterung der Auefeldschule nach“, sagte Schuldezernentin Anne Janz (Grüne) vor den Mitgliedern des Schulausschusses.

Auch die Königstorschule im Vorderen Westen boomt. Vor einem Jahr besuchten 168 Kinder die Schule, in diesem Schuljahr sind es 186, laut Prognose werden es in fünf Jahren 260 sein. Noch nicht eingerechnet ist hier der Zuzug durch die geplante Bebauung des Martini-Quartiers, sagte Bernd Heger vom Schulverwaltungsamt.

Aus zwei Bezirken werden bald drei

An der Wilhelm-Lückert-Schule, einer Sprachheilschule und Schule für Sehbehinderte und Hörgeschädigte, läuft die Mittel- und Hauptstufe bis zum Schuljahr 2020/2021 aus. So ist es mit einem Kooperationspapier zur Modellregion Inklusive Bildung zwischen der Stadt Kassel und dem Land vereinbart. Als nächster Schritt soll am Standort Gräfestraße eine Grundschule mit Zweigen für die Förderschwerpunkte Sprachheilförderung, Hören und Sehen eingerichtet werden.

In dem großen Gründerzeitgebäude werden wegen der auslaufenden Stufen in den nächsten Jahren Raumkapazitäten frei. Das ist nach Auskunft von Bernd Heger vom Schulverwaltungsamt eine Chance, hier weitere Grundschulklassen unterzubringen.

So könne der Raumnot in der Auefeldschule und Königstorschule begegnet werden. Die Schulbezirke würden neu zugeschnitten, aus zwei entstünden drei. Deshalb gebe es Überlegungen, im Gebäude der Lückert-Schule eine neue Grundschule einzurichten. Grundsätzlich gelte es, angesichts der steigenden Schülerzahlen, alle Möglichkeiten der Raumnutzung in Betracht zu ziehen, bevor neu gebaut werden müsse.

Rubriklistenbild: © dpa

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