Anleger aus dem Rhein-Main-Gebiet

Immobilien: Südhessen kaufen in Kassel ein

Kassel. Nicht nur Wohnungen sind in Kassel heiß begehrt. Auch bei Wohn- und Geschäftshäusern stehen die Kaufinteressenten Schlange. Doch derzeit halten sich viele Eigentümer mit dem Verkauf solcher, auch Zinshäuser genannten, Immobilien zurück.

Die hohe Nachfrage und das knappe Angebot sorgen für kontinuierlich steigende Preise, sagt Jennifer Ghabghoubi, Bereichsleiterin Wohn- und Geschäftshäuser bei Engel & Völkers in Kassel. Solche Immobilien haben neben einer Gewerbefläche - zum Beispiel ein Laden, Büroräume oder eine Arztpraxis - mindestens vier vermietete Wohnungen, sodass der Wohncharakter dominiert. Die Häuser sind bei Anlegern zunehmend beliebt.

Käufer zahlten im Jahr 2015 laut aktuellem Marktreport von Engel & Völkers durchschnittlich 573.000 Euro für ein Wohn- und Geschäftshaus in Kassel. Käufer seien vor allem Anleger aus der Region oder dem Rhein-Main-Gebiet, berichtet Ghabghoubi.

In Südhessen seien die Preise inzwischen so hoch und der Immobilienmarkt so überhitzt, dass Investoren ihren Bestand lieber in Kassel erweitern wollten. Gefragt sind Wohn- und Geschäftshäuser in guten und mittleren Lagen. Das sind ähnlich wie im Wohnungsmarkt vor allem die westlichen Stadtteile wie Bad Wilhelmshöhe, Kirchditmold und Wehlheiden, aber als mittlere Lagen auch Ober- sowie Niederzwehren, Waldau, Forstfeld und Bettenhausen.

Die Preise steigen

„Gewachsen ist die Bereitschaft, höhere Preise zu zahlen“, sagt die Marktexpertin. In sehr guten Lagen wie Bad Wilhelmshöhe und Mitte werde das bis zu 20-fache der Jahresnettokaltmiete erzielt, gleichzeitig lägen die Verkaufspreise dort in der Spitze bei 2300 Euro pro Quadratmeter. In guten Lagen wie der Südstadt würden Faktoren von maximal 18 Jahresmieten und Verkaufspreise bis zu 1800 Euro realisiert. Mit Faktoren zwischen 11,5 und 16 seien der Stadtteil Niederzwehren und andere mittlere Lagen nur unwesentlich günstiger. Dort lägen die Verkaufspreise im Mittel bei 950 Euro pro Quadratmeter.

In einfachen Lagen wie den Stadtteilen Nord-Holland, Fasanenhof und Wesertor würden für Wohn- und Geschäftshäuser Faktoren von bis zum 15-fachen der Jahresmiete und Verkaufspreise bis zu 800 Euro pro Quadratmeter aufgerufen.

Weil Eigentümer angesichts der steigenden Preise mit einem Verkauf warten, wechselten 2015 in der Stadt nur 89 Mehrfamilienhäuser mit Gewerbeanteil die Eigentümer. Das waren in den Vorjahren noch deutlich mehr: 2012 gab es mit 151 Transaktionen einen Rekordwert. Seither gehen die Zahlen zurück (2013: 130, 2014: 120). Für dieses Jahr prognostiziert Engel & Völkers in Kassel 100 Verkäufe im Gesamtwert von bis zu 65 Millionen Euro.

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