Brüder gingen nach Syrien

IS-Terroristen aus Kassel sind offenbar tot

Kassel. Das Brüderpaar aus Kassel, das sich im Oktober 2014 dem Islamischen Staat (IS) anschloss und nach Syrien ging, soll tot sein.

Das habe ihm die Kasseler Polizei mitgeteilt, sagt der Vater der beiden, Joachim Gerhard. Verfassungs- und Staatsschutz hätten Hinweise, dass die 18- und 23-jährigen Brüder bei Kobane (Syrien) ums Leben gekommen sein sollen, sagte der Vater unserer Zeitung. „Ich glaube da aber nicht dran“, sagt der verzweifelte 53-Jährige.

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Die Kasseler Polizei und die zuständige Staatsanwaltschaft in Frankfurt wollten zu den Aussagen des Vaters keine Stellungnahme abgeben. Er habe die Hoffnung, dass seine Söhne noch am Leben seien, sagt der Vater. Sonst hätte der IS den Tod des deutschen Brüderpaares doch für seine Propaganda öffentlich gemacht, meint Gerhard, der in Kassel eine Immobilienfirma betreibt.

Wie die Brüder ums Leben gekommen sein sollen, ist unklar. Vieles spricht dafür, dass sie als IS-Terroristen starben. Sie hatten sich von ihrer Kasseler Familie losgesagt, um für den IS zu kämpfen.

Die Brüder, die noch in Kassel Abitur gemacht hatten, waren im Oktober mit einem weiteren Jungen aus Kassel und einem Mädchen aus Baunatal nach Syrien ausgereist. Der Junge, damals 18 Jahre alt, ist inzwischen zurückgekehrt und lebt in Kassel. Die Baunatalerin befindet sich offenbar immer noch in Syrien.

Zuletzt hatte Joachim Gerhard Ende Februar 2015 Kontakt mit seinen Söhnen. Damals sagten sie sich in einem Video auf Whatsapp von ihm los. Darin hieß es unter anderem: Er sei nun ein Feind für sie, weil er die Flucht des 18-Jährigen, der wieder in Kassel lebt, unterstützt habe. In den folgenden Wochen hatten die Söhne noch Kontakt mit seiner Ex-Frau, der allerdings Ende März 2015 abbrach.

In dieser Zeit erhielt Gerhard eine letzte Nachricht von dem Smartphone seiner Söhne: Darin hieß es, die beiden seien gefallen. Die Nachricht stammte von Islamischen Staat.

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Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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