Viele Einwohner sind fast pleite - Kredite drücken

Jeder sechste Kasseler hat zu viele Schulden

Kassel. Die Stadt Kassel gehört zu den zehn Städten mit der höchsten Schuldnerquote in Deutschland. Jeder sechste Kasseler ist überschuldet.

Dafür landete die Stadt auf Platz zehn der Negativrangliste.

Insbesondere die Bewohner der östlichen Stadtteilen sind von Überschuldung betroffen. Das bedeutet, sie können ihre Zahlungsverpflichtungen in absehbarer Zeit nicht begleichen. Dies geht aus Zahlen der Wirtschaftsauskunftei Creditreform hervor, die ihren Schuldneratlas zu Privatpersonen für 2015 veröffentlichte.

Knapp 16,5 Prozent aller volljährigen Kasseler (27 000) haben demnach einen Schuldenberg angehäuft, den sie kaum noch bewältigen können. Ein Hauptgrund sind die vielen Konsumentenkredite, die oft nicht mehr bedient werden können. Die Untersuchung von Creditreform zeigt: Mit einer Schuldnerquote von 16,47 Prozent konnte Kassel die Quote zwar um 0,15 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr leicht verbessern, liegt damit jedoch weiterhin deutlich über dem Bundes- und Landesschnitt (9,92 bzw. zehn Prozent).

Das Schuldenproblem ist ungleich über die Stadt verteilt. Während in den westlichen Stadtteilen Bad Wilhelmshöhe, Brasselsberg, Harleshausen, Nordshausen und Jungfernkopf die Zahl der überschuldeten Bewohner unterdurchschnittlich ist, leben die Menschen in allen anderen Stadtteilen (auch im Vorderen Westen und Wehlheiden) öfter über ihren Verhältnissen. Nach einer Untersuchung des statistischen Bundesamtes war Arbeitslosigkeit 2015 zwar nach wie vor der wesentliche Grund für Überschuldung, aber er spielt eine immer geringere Rolle. Immer häufiger führt eine unwirtschaftliche Haushaltsführung in die Schuldenspirale – das heißt, die Haushalte nehmen zu viele Kredite auf. Auch Krankheit nimmt als Ursache für Verschuldung zu.

Spitzenreiter bei den privaten Schulden ist Bremerhaven.

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