Kasseler Kali- und Salzproduzent steigt in den MDax ab

Jetzt ist es amtlich: K+S fliegt aus dem Dax

Kassel. Der Kasseler Kali- und Salzproduzent K + S gehört nicht mehr dem deutschen Aktienindex (Dax) der 30 Börsenschwergewichte an.

Das teilte die Deutsche Börse am späten Abend mit. Somit steigt der Konzern am 21. März in den MDax der 50 mittelgroßen Werte ab. Den Platz im Dax nimmt künftig der TV-Konzern ProSiebenSat.1 ein.

Grund für den Verweis aus dem wichtigsten Börsensegment ist der in den vergangenen Monaten stark gesunkene Börsenwert des Kasseler Bergbau-Unternehmens von aktuell fast vier Milliarden Euro. Nach den Regeln der Börse kann eine Aktiengesellschaft nicht länger Dax-Mitglied sein, wenn sie dem Wert der frei handelbaren Aktien nach nicht zu den 45 wertvollsten aller börsennotierten Unternehmen im Inland gehört. Und das ist bei K + S aktuell der Fall.

Auswirkungen auf Umsatz, Ertragslage, Standorte und Mitarbeiter hat die Entscheidung nicht. Jedoch ist der Abstieg ein Prestigeverlust sowohl für das Unternehmen selbst als auch für die Region, die gern mit einem Börsenschwergewicht geworben hat.

K + S-Chef Norbert Steiner hat erst unlängst in einem Interview erklärt, dass der Wechsel in den MDax die Qualität des Unternehmens nicht mindere und es auch weiterhin attraktive Zukunftsperspektiven habe. K + S kann in den Dax zurückkehren, wenn der Börsenwert wieder steigt.

Für den Konzern kommt es derzeit knüppeldick. Die Thüringer Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen der möglicherweise unzulässigen Versenkung von Salzabwässern in der Gerstunger Mulde unter anderem gegen Vorstandsvorsitzenden Norbert Steiner und Aufsichtsratschef Ralf Bethke erhoben und fordert eine Strafzahlung von 325 Mio. Euro. Die Entsorgung steht auf tönernen Füßen, weil die Versenkung ein Auslaufmodell ist und der Bau einer Oberweser-Pipeline als integraler Bestandteil des mit dem Land Hessen ausgehandelten Vier-Stufen-Plans in den Sternen steht.

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Rubriklistenbild: © dpa

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