Zahl der schweren Fälle von Jugendgewalt steigt

Polizei registriert mehr junge Intensivtäter in Kassel. Insgesamt ist die Verbrechensrate bei Jugendlichen aber rückläufig.

Die Gewaltbereitschaft bei jugendlichen Straftätern ist gestiegen. Das geht aus Zahlen des Polizeipräsidiums Nordhessen hervor.

Es sei zu beobachten, dass jugendliche Intensivtäter schneller zu Gewalt griffen. Anstelle von Diebstahl würde gleich ein bewaffneter Raubüberfall begangen, berichtet Polizeisprecher Matthias Mänz. Jüngste Beispiele: Vier Heranwachsende, die wegen bewaffneten Raub in mehreren Fällen verurteilt wurden, und zwei Jugendliche, die einen Busfahrer mit einer Machete bedrohen.

Für diese jungen Straftäter hat die Polizei ein eigenes Projekt ins Leben gerufen: Basu 21. Das steht für besonders auffällige Straftäter unter 21 Jahren. Seit mehreren Jahren begleiten besonders geschulte Beamte des Kommissariats 35 polizeibekannte Kinder, Jugendliche und Heranwachsende. Aktuell werden 48 jugendliche Intensivtäter aus der Stadt und dem Landkreis Kasse im Kommissariat 35 betreut. Sie sind innerhalb eines Jahres wegen besonders schwerer Straftaten oder fünf leichter geahndeten Taten wie Ladendiebstahl und Körperverletzung auffällig geworden. Vor vier Jahren waren es noch 39 Jugendliche. Dies belegt: Die Anzahl der jugendlichen Intensivtäter in Kassel hat zugenommen..

Die nordhessische Kriminalstatistik zeigt aber, dass die Jugendkriminalität insgesamt abgenommen hat. 2011 waren noch 23,6 Prozent Tatverdächtige unter 21 Jahre alt, 2015 waren es nur noch 20,8 Prozent (3858 Tatverdächtige).

Ziel der intensiven Betreuung durch Basu 21 sei, laut Mänz, eine kriminelle Karriere zu verhindern. „Nur durch einen frühen Eingriff können wir helfen“, erklärt er. Das Rezept der Beamten erinnere dabei eher an Sozialarbeit, denn das Umfeld der Jugendliche spiele eine entscheidende Rolle. Bei etwa einem Drittel der Basu-21-Jugendlichen kann die kriminelle Karriere beendet werden.

Rubriklistenbild: © picture-alliance / dpa/dpaweb

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