Jugendräume in Philippinehof sind vorerst geschlossen

Vollendete Tatsachen: Ortsvorsteher Stefan Markl vor den geschlossenen Jugendräumen am Philippinenhöfer Weg. Der Ortsbeirat ist enttäuscht und sieht sich übergangen. Fotos:  Müller

Philippinenhof-Warteberg. Seit den Sommerferien stehen die Jugendräume am Philippinenhöfer Weg leer. Der Ortsbeirat hofft, dass sich bald eine neue Perspektive ergibt.

Der bisherige Sozialarbeiter Bernd Tolkemit verließ die Anlaufstelle für Jugendliche im Stadtteil Philippinenhof-Warteberg, der nach Angaben des Ortsbeirats gerade bei Heranwachsenden einen sozialen Brennpunkt darstellt, und wechselte in das Anne-Frank-Haus nach Rothenditmold.

Davon erfahren haben die Stadtteilvertreter nach Angaben von Ortsvorsteher Stefan Markl (SPD) am Rande eines Festes, als der Wechsel bereits beschlossen war. Dementsprechend groß war die Kritik gegenüber dem städtischen Jugendamt bei der jüngsten Ortsbeiratssitzung.

Der schnelle Wechsel Tolkemits habe den Anschein, dass die Philipinenhöfer Jugendräume dauerhaft geschlossen werden sollten, hieß es. Ausweichmöglichkeiten, etwa das Boxcamp am Hegelsberg, stellen für die Stadtteilvertreter keine gleichwertigen und fußläufigen Alternativen für die Philippinenhöfer Jugendlichen dar. Dies betonte auch Anwohnerin Heidrun Langfort (45), deren zwölfjähriger Sohn zuvor regelmäßig das Spielhaus in der Weidestraße besuchte und nun in das Jugendzentrum wechseln wollte.

„Ich würde meinen Sohn nicht im Dunkeln bis an den Hegelsberg laufen lassen“ sagte sie. Das Jugendzentrum im Stadtteil sei bisher viel einfacher zu erreichen. In Stadtteilen, in denen Bewohner aus verschiedenen Kulturen leben, ist die Jugendarbeit nach Meinung des Ortsbeirats wichtig, um Konflikten vorzubeugen. In der Vergangenheit habe sich zudem die Zusammenarbeit von männlichen und weiblichen Sozialarbeitern bewiesen.

Die Stadt Kassel hat dem Ortsbeirat mitgeteilt, dass durch den Einsatz von Sozialarbeitern in der Flüchtlingsberatung ein Engpass an Arbeitskräften entstehe. Michael Bathon (CDU) schlug in der Sitzung vor, Honorarkräfte einzustellen oder zwei halbe Stellen zu besetzen. Um aktuelle Entwicklungen und Fragen zu klären, fordert der Ortsbeirat von den Verantwortlichen bei der Stadt zur nächsten Sitzung einen Vorschlag über das Vorgehen und die Zukunft der Jugendräume. (pjm)

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